William Prynn.
Stämmen emporwuchſen, welche die engliſche Verfaſſung tragen.
Aber die Puritaner galten für die Seele, oder ſie waren es, des ſtarrſinnigen Trotzes, der die Parlamente und das Volk zum Widerſtande gegen die königliche Macht erfüllte. Durch ein allgemeines Geſetz oder eine Octroyirung des königlichen Willens ſie über Bord zu werfen, ſie niederzutreten, war unthunlich. Ihre Partei war zu groß, in der Provinz wie in der Hauptſtadt, ihre Häupter zu mächtig, ihre Mitglieder zu reich, ihr fanatiſcher Muth zu ſtark. Darum genügte ſich die Krone, Einzelne herauszugreifen und, unter irgend ei⸗ nem geſetzlichen Vorwande, ihren Ingrimm an denſelben zu kühlen.
Sie hoffte, das werde die Andern ſchrecken; aber ſie griff in ein Wespenneſt. Es war ein Geſchlecht von andern Nerven, anderer Ueberzeugungskraft und, im vol⸗ len Glauben ihres alleinſeligmachenden Glaubens, von einer Märtyrluſt, die ſeitdem erſtorben iſt. Es gehörte ein ſolches ſtarres, eiſernes Geſchlecht dazu, um die Wurzeln der engliſchen Verfaſſung tief in den Boden zu treiben. Statt abzuſchrecken, ermunterte, weckte, feuerte die Krone den Widerſtand des Volkes an.
Die Geſchichtsbücher haben eine Reihe von Straf⸗ ſentenzen uns erhalten, welche die Sternkammer jener Zeit über einzelne misliebige Puritaner fällte, die an zweckloſer Grauſamkeit die Urtheile barbariſcher Jahrhun⸗ derte überbieten. Ein freies Wort, ein Scherz, oft nur ein unüberlegter Ausdruck ward, wie zu den Zeiten des Tiberius und Nero, mit Strafen belegt, welche für die ſchwerſten und gemeinen Verbrechen hart erſcheinen; aber nicht das Wort und der Sinn, ſondern die Perſon ward beſtraft. In keinem Fall aber hat das Gräßliche ſich ſo


