William Prynn. 3
gen ertragen müſſen; jetzt glaubte er ſich in der Macht, um Die es empfinden zu laſſen, welche ſie ihm zugefügt. Er erhob Steuern mit und ohne Geſetz, und verfolgte Die, welche der Verbindlichkeit, ſie zu zahlen, ſich für über⸗ hoben hielten, weil kein Parlamentsſchluß ſie zugebilligt. Mehr noch, wo irgend nur ein ſcheinbar legaler Grund ſich ergreifen ließ, Die, welche hartnäckig im Parlament die Volksrechte gegen ihn vertheidigt und die Prärogativen ſeiner Krone angegriffen hatten. Er ſuchte ſie heraus, wo ſie durch Zeit und Vergeſſenheit ſich geſchützt glaub⸗ ten, und in ſeiner Sternkammer fand er die bereitwil⸗ ligſten Diener, Fanatiker für den Royalismus, oder allezeit bereite Sklaven der Macht, welche am Ruder war oder die nächſte Ausſicht für ſich hatte. Ihr Ur⸗ theil war ſtets fertig, das ſtrengſte, was ſich finden ließ, und eine geſetzliche Präcedenz, wenn kein Geſetz ſelbſt, fand ſich auch dafür, wenn man es der Mühe werth hielt, ſie zu ſuchen.
Karl hatte ſich blindlings der hohen Kirche ange⸗ ſchloſſen, und in ihrem blinden Eifer dieſe den der rö⸗ miſchen nach Herrſchſucht noch überboten. Ihre Gegner waren die Puritaner, die mannichfach gefärbt, auch po⸗ litiſch die Gegner der Hochkirchler waren. Jene wollten das abſolute Königthum, um endlich in einer neu ſta⸗ bilirten Hierarchie über daſſelbe zu herrſchen, dieſe die Rechte des Volks nach einer Verfaſſung, die erſt zum Schutz derſelben auszubilden war, bis ſie, weiter und weiter ſtrebend, an eine Republik gelangten, die doch wieder in eine Theokratie, ausgeübt vom Volke oder den Erleuchtetern, ausgehen ſollte. Beide Parteien, in ihren Extremen, haben die Monarchie und die Republik zu Grabe getragen, ohne etwas Poſitives zu ſetzen, als die Keime, welche erſt nach einem vollen Jahrhundert zu den
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