Vorwort. VI
und in den angegebenen Gründen hervor. Ueber⸗ ſchlage, wer den Ernſt mitbringt, ſich dafür zu intereſſiren, keine dieſer Reden. In ihrer Wieder⸗ holung ſelbſt ſind ſie belehrend: wie auch in einer
großen, intelligenten Zeit, in einer ſchon damals
hochgebildeten Nation, der Wahnſinn mit dem Wahnſinn kämpfen konnte, wie Scharfſinn und Verſtand alle Kräfte aufbieten, Das, was wir abſolute Thorheit nennen, vor der Vernunft zu rechtfertigen, und wie von keiner Seite ein Licht⸗ ſtrahl derſelben auf den monſtröſen Libellprozeß fällt. Und die größten Geiſter der Nation, ein Shakſpeare, Baco von Verulam, Raleigh, ſchweb⸗ ten noch über ihren Gräbern! Was verdammen wir den ererbten Wahnſinn aller Nationen, der
uns ſchaudererregend aus den Hexenproceſſen ent⸗
gegenweht, wenn Angeklagter und Ankläger ſich gegenſeitig und in vollem heiligem Ernſte vorwar⸗ ſen, jener, daß das Theater und der Theaterbeſuch Inſtitutionen des Teufels ſind, dieſe, daß ſein unbedeutendes Buch gegen daſſelbe nur vom Teufel ſelbſt geſchrieben ſein könne. Zur Sittengeſchichte jener viel durchforſchten Zeit glauben wir zugleich damit einige für Deutſchland ganz neue Pagina zu liefern. Nach dieſen Moderdüften aus einem


