Zeitschriftenband 
20 (1853)
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VI Vorwort.

Bürgerfreiheit, der Berechtigung des Individuums zur Theilnahme, zur freien Beſprechung und Be⸗ urtheilung Deſſen, was das Gemeinwohl betrifft. Es ſind Preßprozeſſe. Neues finden wir freilich nicht; aber wir finden, daß Das, was uns neu und oft unerhört dünkt, nur eine Wiederholung der Irrthümer iſt, welche ſchon vor ſo vielen Ge⸗ ſchlechtern die Gemüther bewegten. Was iſt ein Libell? Es hat keine Zeit darauf Antwort gewußt, die für alle Zeiten paßte, wenn es nicht die iſt: ein Libell iſt die Darſtellung von Thatſachen und Verhältniſſen, welche Denen, die in der Macht ſind, misfällt, indem ſie dieſelbe für unwahr oder für Haß und Verdacht erregend erklären. Die Be⸗ urtheilung iſt zwar den Richtern überlaſſen, aber die Geſchichte ſtellt den traurigen Erfahrungsſatz auf, daß derſelbe Wahn, welcher die Machthaber erfüllt, auch in die Ueberzeugung der Richter über⸗ geht. Sie ſind nicht immer feile Augendiener, zit⸗ ternd für Amt und Brot; es iſt weit öfter dieſelbe Droͤhnung, welche die Mächtigen an die Spitze ge⸗ bracht, die auch die Sinne der beſtellten Richter um⸗ düſtert. Ein trauriger Beleg menſchlicher Schwäche. Am deutlichſten wir möchten ſagen haarſträubend tritt er in der Verurtheilung William Prynn's