Zeitschriftenband 
19 (1852)
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Candidat Rüsau. 447

dieſe das Gefühl beleidigende Weiſe gegen einen geſtändigen und reumüthigen Verbrecher verſchärft werden mußte, ohne daß irgend ein neuer Umſtand hinzugetreten, der eine bar⸗ bariſche Execution zur Abſchreckung oder ſonſt warum nö⸗ thig machte oder rechtfertigte; und das im Jahre 1804!

Hamburg war wirklich in zwei Parteien getheilt. Mitleid und Theilnahme für einen Verbrecher hatten ſich nie lauter und faſt, konnte man ſagen, ungeſtümer geäußert. In der Art, dieſe Gefühle zu bezeigen, ſei, wird uns geſagt, vieles Bemerkenswerthe geweſen und für einen kleinen Freiſtaat Individuelles, und es ſei nicht abzuleugnen, daß ſich hierbei wol etwas Affectation, Schwärmerei und Fanatismus für die Aufklärung ein⸗ gemiſcht habe. Während die große Maſſe den Tag der Execution mit Sehnſucht herbeigewünſcht, ertönten von den Kanzeln und in Flugſchriften, deren eine die andere drängte, Meinungen und Urtheile,die faſt immer, und nur mit wenigen Ausnahmen, den Stempel der Unbe⸗ ſonnenheit und des Mangels an Ueberlegung und der cübelverſtandenen»? Preßfreiheit an ſich getragen. So ſchlug der engherzigſte Particularpatriotismus in die Trom⸗ mel, Gott dankend, daß der Mörder Rüſau kein ge⸗ borner Hamburger, ein Ausländer geweſen! An⸗ dere antworteten; ſo eine Flugſchrift:Die Ehre aller rechtſchaffenen Ausländer gegen den ſcheußlichen Aufſatz u. ſ. w. vertheidigt u. ſ. w. Auch darüber Krieg! Der Vertheidiger, Dr. Schleiden, hatte ſeine Defenſionsſchrift veröffentlicht. Man verargte es ihm, beſonders, da es vor Findung des Obergerichtsurtheils geſchehen; dies rief neue Angriffsſchriften gegen ihn hervor. Kurz, die Menge dieſer Broſchüren unddas Unverdaute und In⸗ humane in denſelben bewog den Senat dagegen ein⸗ zuſchreiten. Er verbot ſie zwar nicht,welches er in 20*