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Candidat Küsau. 441
dem Winſerbaum, ein verſiegeltes Billet gebracht, gab er es unerbrochen mit den Worten zurück:„Wie darf ich, als ein auf den Tod Angeklagter, einen ſolchen Zettel annehmen! Könnte nicht irgend einer meiner Feinde mir Gift zuſchicken wollen, damit ich mich da⸗ durch von meinen Leiden und meiner Strafe befreien ſollte?“
Einem Mitgefangenen wurde eines Tages Schwarz⸗ ſauer von ſeiner Familie geſchickt. Rüſau ſchien Luſt zu haben, davon zu koſten. Freundlich ſchob ihm jener die Schüſſel hin und gab ihm Meſſer und Gabel: er möge ſich ſatt eſſen! Rüſau ſchob Meſſer und Gabel zurück: „Das iſt wider den Willen meiner Obrigkeit. Schnei⸗ den Sie mir gefälligſt etwas zurecht und leihen mir Ihren Löffel dazu.“
Seine tägliche Unterhaltung war das Spiel!
„Man kann nicht begreifen, lieber Rüſau, wie Sie zu dieſem ſchrecklichen Unglück gekommen ſind“, ſagte zu ihm ein vieljähriger Bekannter.„Niemand kann die Urſach ergründen.“—„Das glaube ich“, erwiderte er. „Doch ich weiß Einen, der kennt ſie, Gott! Menſchen müßten in einer ſolchen Lage geweſen ſein, um über eine ſolche Lage urtheilen zu können. Haben Sie nie ſchreckliche Träume gehabt? Meine That war ein ſol⸗ cher Traum. Doch, Gottlob, ich bin erwacht, und kann über mein Schickſal nachdenken.“
Beim Abſchied ſagte er zu demſelben Bekannten: „Möchte doch jeder Menſch, wenn er Kummer hat und ſeine Gedanken nicht rein ſind, ſich einem Freunde ent— decken. Wie viel Unglück könnte dadurch verhindert werden. Hätte ich mich meiner Gattin nur halb ent⸗ deckt, vielleicht lebten wir Alle glücklich, und jetzt muß ich den ſchimpflichen Tod eines Verbrechers ſterben.“


