Zeitschriftenband 
19 (1852)
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Candidat Rüsau. 437

War es in Jenem Trotz und Verbiſſenheit, ſo war es in Dieſem Verzagtheit und Angſt. Jener wollte ſelbſt Richter ſein, Dieſer glaubte das Inſtrument eines Willens zu ſein, dem er ſich unterwerfen müſſe, weil ihm alle gei⸗ ſtige Kraft abging, alle hellere Erkenntniß, um ihm zu widerſtehen. Der dämoniſchen Macht ergaben ſich Beide, Jener vielleicht mit dem Gedanken: si superos nequeo Acheronta movebo, Dieſer mit einer Misdeutung des Verſes: Mit unſrer Macht iſt nichts gethan u. ſ. w. Daß die Vertheidigung verſuchte, Rüſau als unzu⸗ rechnungsfähig darzuſtellen, war ihre Pflicht. Im Jahre 1803, und noch weit ſpäter, hatte ſie Hoffnung, damit durchzudringen. Wir leugnen nicht den Wahn, der bis zur Stärke einer fixen Idee ſich ſteigerte, wir wollen auch nicht den Einfluß dämoniſcher Gewalten abſtreiten, die über dem Unglückſeligen ſchwebten, als er den Ent⸗ ſchluß gefaßt, als er zur That ſchritt; aber weder die Idee, noch dieſe Gewalten waren ſo unwiderſtehlich, mit ſolcher übermächtigen Naturkraft den Menſchen und Bür⸗ ger Rüſau niederdrückend, daß er nicht mit mäßiger Anſtrengung der auch ihm von der Natur gegebenen Kräfte der Lockung zu widerſtehen im Stande geweſen wäre. Er mochte ſich wirklich für bankrott halten, ohne es zu ſein was die Hamburger jener Zeit ihm nicht vergeben wollten, vergeben wir ihm, aber indem er in gutem Glauben ſich und ſeine Familie dem Hunger⸗ tode entgegengehen ſah, war es ſeine Pflicht die mög⸗ lichen Anſtrengungen zu machen, dieſem Looſe zu be⸗ gegnen und nicht ſofort der Verzweiflung ſich in die Arme zu ſtürzen. Er hatte kein Recht, Weib und Kind umzubringen, ohne ſie zu befragen, ob ſie darein wil⸗ ligten. Er hätte es auch nicht gehabt, wenn ſie ja ge⸗ ſagt. Dieſe beiden Fragen ſich zu beantworten hatte 19**