Zeitschriftenband 
19 (1852)
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Candidat Rüsau. 435

in dieſer Beziehung hören wir von der Tochter, als er am Klavier trüben Phantaſien nachhing. Es war aber auch nur ein vorübergehender Lichtſtrahl. Iſt indeß ein Gemüth erſt einmal ſo reizbar, wird die kranke Stelle durch alle vorkommenden Ereigniſſe immer mehr aufge⸗ ſtachelt, dann kann auch der geringſte äußere Umſtand, das Zuſammentreffen von Zufälligkeiten, die einen Ge⸗ ſunden kaum berühren, eine Todeswunde beibringen. So mögen wir uns vorſtellen, daß der Umſtand, wie der Senat ihm das Schaufenſter abbrechen ließ, für den Mann einer der letzten Todesſchläge geweſen, der, von allen Seiten ſich verrathen und verlaſſen glaubend, we⸗ nigſtens auf ſeinen bürgerlichen Ruf glaubte ſich etwas zu gut thun zu dürfen. Und nun verleugnet und ſtraft ihn ſogar die Obrigkeit, und im nämlichen Augenblick wird ihm ein Anlehen verweigert, für das er die beſte Sicherheit zu beſitzen glaubte.

Jeder kommt in ſolcher Hypochondrie nicht auf die fire Idee, um deswillen Weib und Kinder todtſchlagen zu müſſen. Aber ein Beiſpiel vom vorigen Jahre, im vorigen Theile unſers Werks erzählt, der Proceß Bomal zeigt uns, daß eine ſolche Verirrung des Geiſtes zu denſelben Reſultaten führen mag. Hinter Bomal lag freilich eine andere blutige hiſtoriſche Zeit, die auch ins Privatleben revolutionirend hineingegriffen. Hiſtoriſches Blut war allerdings 1803 ſchon ſeit mehr als einem Decennium, und in Strömen, gefloſſen, aber das Leben des deutſchen Spießbürgers hatte es noch nicht eigentlich berührt, es waren ihm Dinge,draußen fern in der Türkei, und er verwahrte ſich gegen den Glauben, daß ſie auch ihn perſönlich, in nächſter Nähe einſt treffen könnten. Der unglückſelige Rüſau mußte alſo aus ſich heraus die Blutgedanken ſchöpfen, und möglich iſt es 6