Zeitschriftenband 
19 (1852)
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heißt es,wie es jetzt in Hamburg ſehr gewöhnlich, ſeine Waaren ins hellſte Licht zu ſtellen. Vor einem Jahr⸗ hundert waren ſolche Ausbauten durch Rath⸗ und Bür⸗ gerſchlüſſe verboten worden. Die Verordnung war et⸗ was antiquirt, denn außer den vorhandenen entſtanden doch hier und da neue. Der Senator Peterſen befahl Rüſau ſein Schaufenſter fortnehmen zu laſſen. Als er nicht gehorchte, ward es von Obrigkeitswegen abgebrochen. Bei einiger Kenntniß der Verhältniſſe würde er Mittel und Wege gefunden haben der harten Maßregel zu be⸗ gegnen. Die Kränkung, der Geldverluſt bohrten an ihm.

Er wollte, um ſeine Schulden zu bezahlen, noch 4000 Mark auf ſein Erbe aufnehmen. Es gelang ihm nicht, obgleich es ihm ein Leichtes geweſen, wenn er die gewöhnlichſte Vorſicht und die einſchlagenden Mittel an⸗ gewandt. Er hätte nur ſein Haus höher verſichern laſ⸗ ſen dürfen, was er mit gutem Gewiſſen konnte, da es bei weitem mehr werth war, als die letzte Abſchätzung beſtimmte; aber er ſcheute die Koſten, die Umſtände, den höhern ſtädtiſchen Schoß. Er fühlte ſich wieder gekränkt.

Eine Dame, in deren Hauſe er mit ſeiner Familie einer Hochzeit beiwohnte(ob dieſelbe, welche ihn am Tage vor der That beobachtet? wir haben es hier, wie geſagt, nicht mit actenmäßigen Zeugniſſen zu thun), er⸗ ſchrak vor ſeiner düſtern Phyſiognomie. Sie warnte Rüſau's Frau: ſie ſolle nicht zu ſorglos ſein, und den Zuſtand ihres Mannes nicht außer Acht laſſen.Nie, ſagte ſie,habe ich einen ſolchen Blick geſehen; er kann unmöglich etwas Gutes im Sinne haben. Sie dachte nicht an das Verbrechen, das kurz darauf eintreten ſollte, ſondern an einen Selbſtmord.

Rüſau's Frau ſoll jetzt ſelbſt bange geworden ſein;