426 Candidat Rüsau.
ben, ſollen Sie keine Noth leiden. Quälen Sie ſich nicht mit der Zukunft.“— Rüſau war gerührt, weinte und umarmte die Tochter:„Du biſt ein gutes Kind! Ich bin ein glücklicher und ein unglücklicher Vater.“
Auch gegen Kunſt ſprach er von ſeiner traurigen Lage; er wollte ſogleich die ganze Handlung aufgeben, wofür dieſer keinen Grund abſah.
Rüſau ſchlief keine Nacht mehr ruhig. Der heftige Schweiß, der ihn befiel, ehe er zum Schlafe kam, zwang ihn bisweilen bis gegen Mittag im Bett zu bleiben. Sein Körper magerte ab. Die Troſtgründe der Religion, die er ſuchte, ſeinen Kummer zu lindern, ſchlugen nicht an. Er entbehrte der Seelenklarheit und Reinheit, die ſich über die Kleinlichkeiten des Lebens und unvermeidliche Schickſale erhebt. Er entbehrte der Klar⸗ heit des Verſtandes, um ſimpel auszurechnen, daß er noch ſehr weit vom Bettelſtabe entfernt war. Nach Aus⸗ ſage eines unbefangenen Mannes, der mit ihm in ver⸗ ſchiedenen Verhältniſſen geſtanden, war er, beſonders einige Zeit vor ſeiner That, nicht im Stande, beim Ver⸗ kauf kleinere Summen zuſammenzuzählen. Er war der ſaumſeligſte Bezahler. Die Auszahlung einer Rechnung verſtimmte ihn für geſellige und häusliche Freuden. Sein Schuhmacher verlangte Bezahlung für eine längſt über⸗ gebene Rechnung. Rüſau entſchuldigte ſich, er habe die Rechnung verlegt und wiſſe den Betrag nicht mehr. Der Schuhmacher holt ſofort eine neue. Rüſau entſchloß ſich, das Geld, einige 40 Mark, zu holen, aber er zau⸗ derte, es aufzuzählen und rief die älteſte Tochter. Mit ſichtlichem Widerſtreben ſah er den Schuhmacher die Summe einſtreichen.
Es kamen noch einige Momente hinzu. Rüſau hatte einen Ausbau in ſeinem Hauſe gemacht,„um dadurch“,
heiß Va hun ger wa dor Ri nic B un


