Zeitschriftenband 
19 (1852)
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Candidat Küsau. 425

doch ſein Endurtheil auf dem Rathhauſe mit angehört, ſelbſt der Execution mit beigewohnt und ſich dabei in ſeiner gewöhnlichen Laune gezeigt habe. Indicien, die nur wie leichte Nebelſtreifen auf den Gegenſtänden lie⸗ gen, erlauben keine Folgerungen.

Dagegen ſpeciellere Momente. Er hatte Anfang 1803 an ſeinem Hauſe gebaut; die Reparatur koſtete mehr, als er erwartet. Die Rechnungen der Handwerker drückten ihn, obgleich er nicht einmal gemahnt wurde. Er hätte ſie bezahlen können, denn Geld war vorräthig, dies war aber von dem ſparſamen ordentlichen Manne ſchon für kommende Ab- und Ausgaben, für Wintervorräthe u. ſ. w. zurückgelegt. Gemüthsunruhe bemächtigte ſich aber⸗ mals ſeiner: keine Extraeinnahme aus dem Handel, und jene Extraausgabe! Die Brücke war raſch in ſeinem verſchloſſenen Nachdenken geſchlagen bis zur gänzlichen Verarmung, bis zum Gedanken, mit ſeiner Familie den Hungertod ſterben zu müſſen.

Er entdeckte die Beſorgniß Niemandem, nur gegen ſeine Frau warf er gelegentlich etwas hin: wie es denn nur mit ihnen werden würde! Er erging ſich einſt am Fortepiano in düſtern Phantaſien. Die älteſte Tochter fragte, um ihn aufzuheitern:Lieber Vater, warum ſpie⸗ len Sie immer ſolche traurige Sachen? Wollen Sie mir nicht einen Walzer vorſpielen?Liebes Kind, ich bin nicht geſtimmt, luſtige Sachen zu ſpielen, war ſeine Antwort.Die ſchlechten Zeiten drücken mich ſehr. Du lebſt noch in Unwiſſenheit und daher glücklich. Sie entgegnete:O Vater, wenn's ſonſt nichts iſt, wir wollen ſchon rathen. Geht der Handel nicht wie er ſoll, ſo geben Sie ihn auf, und fangen Sie wieder ein In⸗ ſtitut an. Ich habe ja ſo Manches gelernt, kann Ihnen mit der Mutter zu Hülfe kommen. So lange wir le⸗