Vorwort. VII
Hofe als ein Spiegelbild ſeiner Zeit gelten kann, während die Mordthat der Bocarme einzig daſteht, als ein Anomalon der gegenwärtigen europäiſchen Geſittung. Man mußte die Geburt des Helden im Orient, ſein Leben unter den Wilden Amerikas, man mußte ihn ſelbſt als einen halb Wilden, halb Blödſinnigen darſtellen, um nur vor dem Gefühl der Zuhörer und Richter ſich einen Weg zur Ver⸗ theidigung zu bahnen; während die Somerſets ihrer Zeit in dem von Religionshaß und Parteien⸗ wuth zerriſſenen Europa, wo die Dolche gegen Hel⸗ den und Könige aus Kutten und Mänteln zuckten und das Gift aus dem Familienhader ins Staats⸗ leben hinüberſpritzte, Vorbilder und Nachfolger viele hatten, wenn auch weniger in dem freiern und ge⸗ ſitteten England.
Der Bocarmeé'ſche Proceß wird den meiſten Leſern noch in lebendiger Erinnerung vor Augen ſchweben; iſt es doch nicht lange her, daß alle Zeitungen ihre Spalten mit ihm füllten.*) Und doch
*) und eben, während ich die Reviſion dieſes Bogens unter Händen habe, öffnen ſie ſich ihnen wieder. Schloß Bitremont iſt verkauft. Ein ungariſcher Edelmann hat es gekauft. Der ungariſche Flüchtling iſt nur die vorgeſchobene Perſon eines ehemaligen Miniſters Karl's X., und dieſer Mi⸗ niſter hat das blutbefleckte Schloß für— Gräfin Lydie von Bocarme erſtanden, die noch aus Rückſichten im Hinter⸗ grunde ſtehen bleiben will. Gräfin Lydie, die junge Witwe


