Jahrgang 
18 (1852)
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438 Professor Webster.

auf den Boden und der Fall der Verzweiflung verlor ſeine natürliche Kraft. Aber ſollte nicht Wahrheit in die Komödie gemiſcht ſein, und wer findet die Grenze? Iſt es allein Verſtellung, Komödie, wenn Lady Macbeth aus der Mordkammer ſtürztz überkommen nicht auch ſie die Schrecken der That, wenn dieſe gleich ihre eigene war, und ſie jene ſelbſt heraufbeſchworen hatte?

Als Webſter ſich erholte, ſagte er zum Polizeibeam⸗ ten Jonas:Warum laßt Ihr mich noch hier zum Spec⸗ takel für Alle?

Man brachte ihn darauf in den Kerker und nahm ihm jetzt aus Vorſicht das Raſir- und andere Meſſer.

Man hörte in Boſton, daß die Jury, als ſie Son⸗ nabend in der Nacht in ihr Berathungszimmer ſich zu⸗ rückzog, zuerſt 10 Minuten ſchweigend berathen habe. Auf die vom erwählten Vormann an ſie gerichtete Frage:

ob die Gebeine die des Dr. George Parkman ſeien?

ertönte ein einſtimmiges Ja. Die zweite Frage, ob Dr. Webſter ihn ermordet? ward auch ſogleich von 11 mit Ja beantwortet; nur Einer man hat ihn uns genannt, denn die Amerikaner kennen kein Geſetz, welches die Namen der Geſchworenen zu verſchweigen gebietet verneinte anfänglich. Nach einer kurzen Discuſſion waren indeß auch ſeine Zweifel beſeitigt.

Der Berichterſtatter hörte von einem Beamten, daß Webſter während des ganzen gerichtlichen Verfahrens nicht eine Thräne vergoſſen, noch ein Intereſſe für irgend etwas ſonſt ausgedrückt habe, als für die Requiſite ſeines Tiſches. Seine letzte Anweiſung an einen der Wärter, als er das Gefängniß verließ, um das Verdict zu hören, war:Sagen Sie nur Parker, er ſolle mir einen ſeiner beſten Kapaunen morgen zu Mittag ſchicken und ein