Jahrgang 
18 (1852)
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Professor Webster. 437

er Die Jury zog ſich zurück 5 Minuten nach 8 Uhr.

Sie blieb eingeſchloſſen bis gegen 11 Uhr. Der Clerk he ſtand auf: Herren von der Jury, haben Sie über einen n Spruch ſich vereinigt? Der Vormann: Ja. n⸗ Schreiber: Wer ſoll für Sie ſprechen? t Die Jury: Unſer Vormann.

Schreiber: J. W. Webſter, ſtehe auf und halte en Deine rechte Hand auf. Maſter Vormann, ſehen Sie 35 den Gefangenen an; Gefangener, ſieh den Vormann an. 1 Was ſagen Sie, Vormann, iſt John W. Webſter, der e Gefangene an der Bar, ſchuldig oder nichtſchuldig?

Vormann, mit lauter, vernehmlicher Stimme, aber ſehr feierlichem Blick: Schuldig!

Webſter begann zu zittern, ſtreckte ſeine Hände aus, um die Schranken zu faſſen, ſchwankte und ſank zurück. . Durch 10 Minuten hielt er das Geſicht mit den Händen bedeckt. Wir waren auch vor unſern Geſchworenenge⸗

richten Zeugen ähnlicher Auftritte. Es gehört aber zu den ſchwerern Aufgaben der Pſychologie, dabei die Wahr⸗ heit von der Komödie zu unterſcheiden, wenn wir in der Regel Die zuſammenſtürzen ſehen, deren Proceß kaum einen Zweifel über das Verdict zuläßt. Es war ſehr natürlich, daß ein junger Taugenichts eines Tages, als er das Urtheil: lebenswieriges Zuchthaus wegen vierten A Diebſtahls vernahm, überwältigt von dieſer Lebensaus⸗ ſicht, zu Boden ſtürzte und, ohne Beſinnung liegend, fortgetragen werden mußte. Nur hatten Näherſtehende bemerkt, daß er vorher die Tiefe und die Ecken an die er ſtürzen konnte, durch einen Augenniederſchlag gemeſſen, und dann im Zitterkrampf der Ohnmacht, beide Hände auf den Querbalken vor ſich geworfen hatte. Krampf⸗ haft an denſelben ſich klammernd, glitt er nun ſchräg