430 Professor Webster.
4 das einem andern Zweig der Regierung zu. Abe was iſt Gnade? Ich frage, ob die große Anzahl Mordthaten, die bei uns in der neuern Zeit vorgekommen, begangen worden ſein würden, wenn die Juries ihre Schuldigkeit gethan hätten. Nie wurde ein Fall in dieſem Staate verhandelt, der mehr die Feſtigkeit der Jury in ihrer Pflicht erheiſcht hätte, als dieſer, und ich verſehe mich zu Ihnen, meine Herten, daß Sie in Ihrer Pflicht nicht fehlen werden.“
Webſter ward hierauf vom Oberrichter an ſein Recht erinnert, ſelbſt die Jury anzureden, wenn er Erklärun⸗ gen zu machen habe, oder das Bedürfniß einer ſolchen Rede empfinde. Der Oberrichter war bei dieſen Wor⸗ ten tief bewegt. Aus den folgenden Worten, wenn ſie, woran nicht zu zweifeln, der treue Abdruck des von Webſter Geſprochenen ſind, möchte man auf dieſe tief innerliche Bewegung nicht ſchließen.
„Ich wünſchte mich auszulaſſen über das verſchlun⸗ gene Netzwerk von Indicien, welches in meiner beſon⸗ dern Lage die Regierung um mich geworfen hat. In neun Fällen unter zehn beruht es auf einer Verſchie⸗ bung oder Verrückung der Wahrheit, und höchſt wahr⸗ ſcheinlich könnte ich immer neun von zehn Punkten ge⸗ nügend aufklären. Alle Punkte des Beweiſes ſind in die Hände meiner Vertheidiger gelegt worden, und meine Unſchuld hätte danach aufs vollſtändigſte hergeſtellt wer⸗ den können. Aber indem ich ganz nach ihrer Anwei⸗ ſung handelte, ſo habe ich meine Lippen während mei⸗ ner Haft verſiegelt, indem ich mich Ihnen gänzlich an⸗ vertraute. Sie haben es in ihrer höhern Weisheit(die Worte wurden in einem offenbar ironiſchen Tone ge⸗


