Zeitschriftenband 
17 (1851)
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Bomal. 455

noch nicht einmal zu bereuen weiß, und der auf der Bank der Angeklagten nur Thränen findet für ſein eigenes Unglück!

Die Anklage blieb bei der Behauptung ſtehen, daß die Mehrzahl der Wunden nicht durch das Meſſer, ſon dern durch einen ſpitzen Dolch zugefügt ſein könnten. Euphraſie Bomal's Ausſagen ſeien zu beſtimmt, und es liege darin ein neuer Beleg für die lange und ſorgſame Vorbereitung zur That.

Der Präſident fragte nach dem Schluß der Rede, ob der Angeklagte im Einverſtändniß mit ſeinen Vertheidi⸗ gern noch darauf beſtehe, daß ſein erwähnter Briefwech⸗ ſel mit ſeiner Frau zu den Acten genommen werde? Bomal ſagte nach einigem Zaudern: Ja, Herr Präſident.

Ich ſehe darin nichts Ungehöriges, und ich ver⸗ ordne hiermit, daß dieſe Briefe den Herren Geſchwore⸗ nen vorgelegt werden. Dann richtete er mit bewegter Stimme an den Angeklagten ſelbſt ſeine Worte: Bomal, ich habe dieſe Briefe durchleſen, und mehr und mehr habe ich die Ueberzeugung gewonnen, welche edle Geſin⸗ nungen Ihre Gattin gegen Sie belebten. In Ihren Briefen las ich Ausdrücke der Freundſchaft für Ihre Gattin, aber bei jedem mußte ich mich fragen, ob Ihre Handlungsweiſe Ihren Worten entſpräche. Hier leſe ich in einem Briefe der Unglücklichen folgende Stelle:«Ich mpfing Deinen Brief, in welchem Du mir meldeſt, daß Du in Jodoigne geweſen. Was meine Mutter anlangt, ſo ſollteſt Du doch bedenken, daß ſie täglich älter wird. Ich bin zufrieden, daß Du ſie beſucht haſt. Dein Brief ſat mir kein Vergnügen gemacht, um ſo weniger, als ich Dich ja nicht um Geld anging. Iſt es Dir möglich, ſo erſpare mir den Kummer. Denn als ich Deinen Brief geleſen, ward ich krank und war den ganzen Tag über