454 Bomal.
weit ab von Genappe, verſetzt werden! Erinnern Sie ſich der Worte, welche eine Freundin der todten Bomal von dieſer gehört:„Ach glücklich wer einen Mann hat, der verdient und nicht gleich ausgibt, was er einnimmt. Sie ſind recht glücklich, daß Sie keinen Streit im Hauſe haben. Bitten Sie Gott, daß er Ihnen dies Glück bewahre.“ So dachte und ſprach ſeine Frau. Kamen aus ſeinem Munde einmal Worte der Reue und Zerknirſchung, ſo konnte man ſicher ſein, es war Verſtellung.
„Das ſchrecklichſte Zeugniß iſt das ſeiner Tochter So⸗ phie. Dieſe Tochter ſagte Ihnen, wie es im Innern des Hauſes ausſah, Sie hat Ihnen die Leiden ihrer Mutter gemalt. Ihnen geſagt, daß Bomal keine reli⸗ giöſe Pflicht erfüllte, ja kein Gefühl für Pflicht hatte. Sie ſprach Ihnen von ſeiner Strenge, ſeinem Des⸗ potismus; daß er aber nie dieſe ſchlechten Seiten vor Fremden gezeigt, und eine Frau kam, um Ihnen zu ſa⸗ gen, daß ſie nie ins Haus träte, wenn Bomal da, denn er jage alle Fremden fort. Wer ſo lange ſeine innerſten Gefühle verbergen konnte, muß doch ein vollkömmener Heuchler ſein. Wer zweifelt noch an ſeiner tiefſten Ver⸗ derbtheit, wenn er 1841, nachdem er, wie wir jetzt wiſ⸗ ſen, die Brandſtiftung verſucht, um Frau und Kind zu ermorden, beiden voller Rührung um den Hals ſtürzt. Nichts als lügneriſche Verſicherungen und Apparate draußen, und im Innern das Verbrechen, das der Cha⸗ rakter dieſes Mannes.“
In der Fortſetzung der Anklage ſagte der Subſtitut des Generalprocurators:„Dieſer Menſch iſt nicht allein ein Egoiſt, er iſt ein Feigling, ein Menſch, der, wenn er vor ſeinem Gewiſſen und der That vorangängig ſich ge⸗ lobt, ſeine Gräuel durch einen Selbſtmord zu büßen, nicht zu ſterben gewagt hat, ein Menſch, der auch heut
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