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ziehen, warum ſchlachtete er ſie denn nicht alle ab? Warum verſchonte er die beiden jüngſten Töchter? Warum zeigte er gegen ſeinen Sohn eine gewiſſe Theil⸗ nahme? Wenn ſein Loos ihn beſonders intereſſirte, warum ſann er nicht auf Mittel, ihn vorher zu entfer⸗ nen, zu retten? Warum opferte er ihn den Flammen?
Sein Vertheidiger Debecker brachte in dieſer Sitzung vor, daß die Vertheidigung ſich im Beſitz einer frühern Correſpondenz zwiſchen ihm und ſeiner Frau befinde, aus der hervorgehe, daß man das Verhältniß zwiſchen ihnen ſehr ins Arge überſetzt habe. Er verlangte, daß dieſe Briefe als Acta, zur Sache gehörig, vorgelegt wür⸗ den. Der Präſident behielt ſich ſeinen Beſchluß deshalb vor und gab zuvor dem öffentlichen Ankläger das Wort.
Dieſer, Corbiſier, machte zuvörderſt darauf aufmerk⸗ ſam, daß das allgemeine Entſetzen und die Aufmerkſam⸗ keit des Publicums auf das Verbrechen von Nivelles in dieſem Augenblick noch erhöht ſei, als man ſchon wieder durch ein anderes in dieſem Lande begangenes unerhör⸗ tes Verbrechen erſchreckt worden, das er hier noch nicht nennen wolle, das aber unter ziemlich verwandten Um⸗ ſtänden, nur in weit höhern Lebensſchichten ſpiele.(Der Proceß Bocarmé, auf den wir im nächſten Theile zu⸗ rückkommen werden.)
„Dieſes entſetzliche Zuſammentreffen läßt das Publi⸗ cum ſich fragen, ob ſich denn ein beſonderer Schwindel und Wirbel der Geiſter in gewiſſen Theilen unſers Landes bemächtigt hat, ob eine neue Art Raſerei die Seele ver⸗ wirrt und zum Verbrechen fortreißt.“ Aber bei Bomal verſtummt dieſe Frage. Wer ihn gekannt, weiß, daß ſeine Verderbtheit von älterm Datum ſei. Er habe ſchon ſeit längerer Zeit ſeine Verbrechen überdacht und beſchloſſen, und ſie mit kaltem Blute präparirt.„Er


