20 Louis Napoleon Bonaparte.
wenig als bei den Zeugenvernehmungen. Es lag ebenſo in der ausgeſprochenen Abſicht des Prinzen darüber zu ſchweigen, als Louis Philipp's Regierung Gründe haben mochte, nicht tiefer zu forſchen, als nöthig war, um eine Verurtheilung gegen die Perſonen zu erzielen, welche auf friſcher That ergriffen worden. Welche Heimlichkeiten hier noch zu Grunde lagen, auf welche Louis Napoleon's obige Worte zu deuten ſcheinen, kann erſt die ſpätere Geſchichte, wenn überhaupt, enthüllen. Es iſt bekannt, daß der gegenwärtige Präſident, nach Erhebung zu ſeiner Würde, gewiſſe Schriften aus dem geheimen Archiv ver⸗ langte, die auf das Attentat von Boulogne bezüglich waren, daß die Beamten ſie ihm aber verweigerten. Der darüber entſprungene Streit, aus der erſten Zeit der Präſidentſchaft, ward beigelegt. Aber zur Publicität iſt auch damals über die Sache ſelbſt nichts gelangt.
Der Generalprocurator Frank⸗Carré nahm nach dem Prinzen das Wort, und ſuchte in einem langen Requi⸗ ſitorium die Schuldbarkeit aller Angeklagten auszufüh⸗ ren. Dann ergriff es Berryer für den Prinzen:
„Meine Herren, ſo lange die Prinzen aus dem äl⸗ tern Zweige der Bourbonen auf dem Throne ſaßen, ruhte in Frankreich die Souverainetät in der königlichen Perſon. Der Uebergang von einem zum andern war durch eine beſtimmte Ordnung feſtgeſtellt, unveränderlich,
von Allen gekannt. Alle rivaliſirenden Anſprüche konn
ten nie zur Geltung kommen, weil die Fundamentalge⸗ ſetze klar und bündig waren, über alle Deutung hinaus. Was dagegen geſchah, war null und nichtig. So war,
geheiligt durch die Zeit, durch poſitive Geſetze, durch die
Religion, das ſouveraine Recht zugleich der Titel und die Garantie der Rechte der Bürger im Staate. Es war das Patrimonium der Vergangenheit, als Erbſchaft
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