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Louis Napoleon Bonaparte. 19
daß ich leichtſinniger Weiſe ihren Muth in Anſpruch nahm, ihre Ergebenheit gemisbraucht. Sie werden die Gründe der Ehre und Klugheit verſtehen, die es mir jetzt verbieten ſelbſt vor Ihnen aufzudecken, wie ſtark die Gründe waren, die mich hoffen ließen auf einen andern, einen glücklichen Erfolg.
„Noch ein letztes Wort, meine Herren. Ich reprä⸗ ſentire vor Ihnen ein Princip, eine Sache und eine Nie⸗ derlage. Das Princip iſt die Souverainetät des Volks. Die Sache iſt das Kaiſerthum. Die Niederlage iſt Wa⸗ terldo. Das Princip haben Sie ſelbſt anerkannt. Die Sache, Sie haben ſelbſt ihr gedient. Die Niederlage, Sie wollen ſie rächen. Nein, zwiſchen mir und Ihnen iſt keine Sinnesverſchiedenheit, und ich mag nicht glau⸗ ben, daß ich für einen Abfall von anderer Seite bü⸗ ßen ſoll.
„Als Repräſentant einer politiſchen Sache, kann ich eine politiſche Jurisdiction nicht als Richterin meines Willens und meiner Handlungen annehmen. Ihre For⸗ men können Niemand kränken. In dem Kampf, der ſich eröffnet, gibt es nur einen Sieger und einen Beſiegten. Wenn Sie die Männer des Sieges ſind, habe ich von Ihnen keine Gerechtigkeit zu erwarten, und Großmuth will ich nicht.“
Die Rede machte einen lebhaften Eindruck. Louis Bonaparte beantwortete hierauf mit Ruhe alle an ihn gerichteten Fragen. Er räumte alle Thatſachen, deren man ihn beſchuldigte, ein. Seine Abſicht ſei geweſen, Frankreich den Rang wieder einzuräumen, der ihm ge⸗ bühre. Es kam bei dem Verhöre nichts zu Tage, was ein Licht auf die geheimen Verbindungen warf, ebenſo


