Zeitschriftenband 
17 (1851)
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Louis Napoleon Bonaparte. 13

dem Spott. Einen lebendigen Adler, einen gezähmten, hatte der künftige Kaiſer auf dem Dampfſchiffe mitge⸗ bracht. Mit dem Bilde ließ ſich der große Oheim ge⸗ nügen, mit einem Original hoffte der Neffe ſein Glück zu machen. An einem Compagniechef, den ſeine Solda⸗ ten lieb hatten, ſcheiterte der Enthuſiasmus für Napo⸗ leon, an einer verſchloſſenen Thür die Kraft des Napo⸗ leoniden, und der Stamm des künftigen Kaiſerheeres ließ ſich von Bürgergardiſten jagen! Und, was ſchlim⸗ mer, ſie zappelten im Waſſer und wären ertrunken, wenn man ſie nicht großmüthig herausgefiſcht. Unter den Proelamationen des künftigen Kaiſers, die man im Dampfſchiff fand, war auch eine, in welcher Louis Na⸗ poleon Thiers zu ſeinem Premierminiſter ernannte. Thiers war durch ſeine anderweite Stellung und ſeine aner⸗ kannte Klugheit über den Verdacht hinaus, in eine ſolche Conſpiration ſich eingelaſſen zu haben. Aber er war damals in gewiſſer Oppoſition gegen den König. Dies hatte den Prätendenten veranlaßt ihn zu nennen, eine Stütze für ſich in der öffentlichen Meinung. Thiers lohnte ihm die Höflichkeit ſchlecht. Er mußte vor dem Publicum jeden Verdacht von ſich abwälzen, der, wenn auch Vergangenheit und Gegenwart ihn freiſprachen, doch in der Zukunft Wurzel ſchlagen konnte. In einem beißenden Zeitungsartikel perfifflirte er in patriotiſcher Entrüſtung das Attentat. Könne man denken, daß er aus den Händen eines ſolchen Mannes ein Miniſter⸗ portefeuille annehmen dürfe, von einem Kronprätenden⸗ ten, der ſich, wie eine Ente im Teich, mit einer Angel fiſchen läßt!

Die gefiſchte Ente ſchien Louis Napoleon's Namen und Ruhm aufs neue und auf immer aus der Liſte der Möglichen ausgelöſcht zu haben. Aber es begegnete ihm