12 Louis Napoleon Bonaparte.
er ſich doch fortreißen. Die Truppe wandte ſich nach der Meeresküſte. Jetzt war es zu ſpät.
Der waffenloſe Zulauf hatte ſich zerſtreut. Die Truppe ſtieg nur langſam nach dem Strande hinunter, in einer gewiſſen Diſtance von der Nationalgarde ver⸗ folgt, die ſich aber noch damit begnügte, die Abziehen⸗ den zu beobachten, ohne auf ſie zu feuern.
Als aber die Flüchtlinge ein kleines Boot, das auf dem Strande lag, flott machten, um darauf das Dampf⸗ boot zu erreichen, welches, ungefähr eine Viertellieue entfernt, am Strande kreuzte, gab die Nationalgarde plötzlich eine Salve. Mehre wurden verwundet. Louis Napoleon ſelbſt trafen drei Kugeln, zwei gingen nur durch ſeine Kleider, die dritte ſtreifte ſeinen Arm. Den⸗
noch gelang es den Flüchtlingen vom Lande zu ſtoßen. k Die überladene und ſchlechte Barke ſchlug auf dem
Meere um, und Alle darin fielen ins Waſſer. Die Zei⸗ tungen berichteten übereinſtimmend, daß jetzt die Natio⸗ nalgarde auf die mit den Wellen Ringenden aufs neue Feuer gab. Einer wäre ſogar erſchoſſen worden, das Gewehr beinahe auf die Bruſt gerichtet. Dennoch war das Treffen weniger blutig als traurig, ſpäter betrach⸗ tete man es ſogar als luſtig. Die Rächer der geſtörten Ordnung traten einſtweilen als Retter auf. In Kähne ſich werfend und vom Strande aus waren ſie bemüht
die Ertrinkenden zu retten. Ein Theil derſelben konnte
es ſelbſt thun; das Meerwaſſer war nicht tief. Auch
der Prinz wurde noch glücklich gefaßt und mit 54 der
Seinigen gefangen geſetzt; anfänglich in der Citadelle von Boulogne, nachher brachte man ihn nach Ham, end⸗ lich zur Einleitung des Proceſſes nach Paris.
Die Zeitungen wetteiferten in Details über die große Tragikomödie. Der Ernſt verſchwand allmälig ganz vor
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