6 Louis Hapoleon Bonaparte.
gehalten, fuhren ſie in der Dunkelheit des November⸗ abends, zwiſchen 7 und 8 Uhr nach dem Neuen Ge⸗ fängniß. Der Präfect ſtieg ab und foderte, kraft einer Ordre, unterzeichnet vom Miniſter des Innern und dem des Krieges, die Auslieferung des Prinzen Louis Na⸗ poleon.
Die andern Inſpectoren und Gefangenwärter von Strasburg hätten vielleicht auf dieſen autokratiſchen Be⸗ fehl einen Criminalgefangenen nicht ausgeliefert, gegen den bereits eine Unterſuchung eingeleitet war. Sie hät⸗ ten den directen Befehl des Gerichts abgewartet. Es ſcheint, daß man, aus Beſorgniß vor dieſer ſtrengen Pflichttreue, vor kurzem einen neuen Gefängnißdirector aus Paris nach Strasburg geſchickt hatte, der der Po⸗ litik zu Hülfe kommen ſollte, um die Gewiſſenhaftigkeit jener zu bearbeiten. In der That ſetzten dieſelben den Miniſterialordres Widerſtand entgegen, und Herr Lebel mußte ſeine ganze neue Autorität aufwenden, um den Gefangenen dem Präfecten zu überliefern.
Der Prinz ward in einen der Wagen gehoben, und auf der Stelle verließ er, mit Poſtpferden, die Stadt.
Dies geſchah Mittwoch Abend um 8 Uhr. Am an⸗ dern Morgen, Donnerſtags um 10 Uhr wußte weder der Generalprocurator von Colmar, noch der Rath Wol⸗ bert, der die Inſtruction des Proceſſes führte, eine Sylbe von der Entführung ihres Gefangenen.
Louis Napoleon kam in der Nacht vom 11. auf den 12. in Paris an. Er ſah hier Niemand als den Poli⸗ zeipräfecten, der ihm ankündigte, daß er nach den Ver⸗ einigten Staaten von Amerika transportirt werden ſolle. In 24 Stunden war er ſchon auf dem Wege nach dem Meer.
Die Inſtruction gegen die andern Gefangenen ging
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