Zeitschriftenband 
16 (1850)
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470 BPas berschwinden des Lord Bathurst in Perleberg.

Zu ihrem Befremden ging der Reiſende aber nicht über den Markt nach der Poſt zurück, von wo er ge⸗ kommen, ſondern bog um die Ecke in die oben erwähnte Quergaſſe nach dem Schumarkt ein. Sie wollte ihm nachſtürzen und ihn zurechtweiſen, zumal da er ſo große Eile verrathen. Aber ihr fiel in dem Augenblick ein, daß er wol ins deutſche Kaffeehaus vorher gehen möchte, wo der Landadel einen Ball hatte. Nur darum unter⸗ ließ ſie es. Sie hat den Fremden nicht wieder geſehen.

Bald nachher kam von der Poſt der Sohn des Wagenmeiſters, der bekannte Auguſt Schmidt, und fragte nach dem Herrn Lord. Sie wies ihm, wohin er gegan⸗ gen, und bemerkte dabei: Nun erfahre ich doch auch den Namen des Herrn! Er heißt alſo Lord. Auguſt Schmidt, behauptet die Matrone, muß ihn noch gefaßt haben, und legt auf das faſſen einen Nachdruck. Hätte ſie nur nicht das kochende Waſſer in der Küche gehabt, ſo wäre der Vorfall nicht geſchehen!

Auch von Auguſt Schmidt erfuhr ſie zunächſt nichts, denn er kehrte nicht zurück; aber nach einer Weile ka⸗ men die beiden Bedienten des Lord(Bediente und Begleiter?) und erkundigten ſich nach ihm. Sie waren ſchon unruhig, und bald ward es die ganze Stadt. Der Allarm, der nun entſtand, verwirrte die Köpfe. Auf

wen ſie den Verdacht wirft, iſt unſchwer zu erkennen, wenn ſie ſich auch nicht ausſprechen will. Der Beſitz des Pelzes, deſſen Beſchaffenheit ſie den Behörden gleich am ſelben Tage genau beſchreiben können(daher Klitzing's Kenntniß davon), und daß Auguſt Schmidt dem Frem⸗ den in die Quergaſſe nachgegangen, gilt ihr als Beweis. Wenn Bathurſt wirklich gefaßt und in Perleberg ermor⸗ det worden, konnte es, nach ihr, nur im Hacker ſchen Hauſe geſchehen ſein. Die Hackers verließen(wie dieſe