Zeitschriftenband 
16 (1850)
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468 Das verschwinden des Lord Bathurst in Perleberg.

ligt war, aufzufinden, durch deren Ausſage freilich wenig aufgeklärt, die Sache vielmehr in mancher Beziehung noch zweifelhafter, jene zweite Annahme, daß der Fremde in dem, der Poſt gegenüber liegenden Hauſe umgebracht worden, aber wieder unwahrſcheinlich gemacht wird.

Perleberg hat einen Hauptmarkt, wo ſein ſteinerner Roland ſteht(einer der wohlerhaltenſten, und mit der Jahreszahl 1546, wol nur die einer Reſtauration), ſein, jetzt im Stile Karl's IV. kunſtreich reſtituirtes, Rathhaus und ſeine gothiſche Hauptkirche vom ſelben Material, aber älterm Datum. An der einen breiten Seite, zunächſt dem Rathhaus, wohnte der Commandant von Klitzing. Um von da zur Poſt zu gehen, muß man quer über den ganzen Markt und gelangt dann durch eine ziemlich breite Querſtraße gerade auf das Poſtge⸗ bäude, in deſſen Nähe jenes verdächtige Haus iſt; auch fließt unfern davon die Stepenitz. Zum ehemaligen Hacker'ſchen Hauſe, welches auf dem Schumarkt liegt, muß man eine ganz entgegengeſetzte Richtung einſchla⸗ gen. Man biegt dicht am(Asmus'ſchen) Hauſe, in welchem Klitzing wohnte, in eine Quergaſſe, an deren entgegengeſetztem Ende, in einem Eckhauſe, damals das deutſche Kaffeehaus war. Dieſem Hauſe ſchräg gegen⸗ über(der Schumarkt iſt klein) liegt das Haus des Kauf⸗ mann Hugo Wolff, welches bis nach dem Jahre 1809 im Beſitz der vielfach verrufenen Hacker'ſchen Eheleute war.

Die Gattin des Sanitätsrath K**s beſorgte da⸗ mals als junges Mädchen die Wirthſchaft des Haus⸗ wirthes, bei welchem Klitzing wohnte. Gegen 5 Uhr Abends kam Klitzing ſelbſt zu ihr in den Flur und forderte ſie auf, ſchleunigſt etwas Warmes, am beſten Thee, zu machen, da er einen Fremden habe, der vor