466 Das Verschwinden des Lord Bathurst in Perleberg.
bedrängten Umſtänden gelebt haben, oft waren die Gläu⸗ biger drauf und dran, das Haus zur Subhaſtation zu bringen, er fand aber noch immer Mittel, es zu hindern, und wollte nie vom Verkauf hören. Im Keller dieſes Hauſes ruhte alſo möglicherweiſe das Myſterium.
Wir wiſſen noch heute nicht, wer Bathurſts Be⸗ gleiter war, noch entſinnt ſich Jemand unter den ältern Männern in der Gegend, daß man jener Zeit irgend etwas darüber erfahren. Iſt es ſo ganz unwahrſchein⸗ lich, daß dieſer unbekannte Mann ſelbſt ein Agent der franzöſiſchen Polizki geweſen, daß er dem Unglück⸗ lichen mitgegeben worden, um an gelegenem Orte ſeinen Auftrag auszuführen? Hätte ein verunglückter Verſuch vor der Ankunft in Perleberg Bathurſt's entſetzliche Angſt verurſacht? Woher das Gerücht in der Stadt, ſeine Verfolger wären ſchon bis Kyritz hinter ihm ge⸗ weſen? Fiel hier etwas vor, was Bathurſt veranlaßte, ſofort bei der Ankunft in percherg ſich eine Sauve⸗ garde zu erbitten? Gelang es inzwiſchen ſeinem Beglei⸗ ter, ihn zu beruhigen, daß er die Sauvegarde wieder fortſchickte, und nun ward die Schlinge gelegt, in die er fiel?— Weshalb endlich behielt Herr von Klitzing dieſen myſteriöſen Fremden und ſeinen ebenſo unbekann⸗ ten Bedienten ſo lange(15 Tage) in Perleberg, und in einer Art Privathaft? War es, um ihn vor den Franzoſen zu ſchützen, damit nicht auch er, wie Bathurſt, verſchwinde? Oder hatte er ſich als ein Jemand legiti⸗ mirt, an den eine preußiſche Behörde damals nicht Hand legen durfte, ohne ein furchtbareres Ungewitter herbeizu⸗ ziehen? Er kam unter fremdem Namen, am 15. Decem⸗ ber, in Berlin an, und als der Bürgermeiſter Stap⸗ penbeck ſich beeilt Anzeige dorthin zu machen, daß ein Kaufmann Krüger in Perleberg nicht exiſtire, eine Be⸗


