462 Das verschwinden des Lord Bathurst in Perleberg.
Der Mord mag nur ein Accidens oder die unerlaßliche Conſequenz geweſen ſein.— In der Stadt, wo das Myſterium ſich ereignete, hat man von Anfang an dieſe Meinung getheilt. Man ſagt ſich bis heute: Bathurſt's Verfolger waren ſchon hinter ihm her bis Kyritz. Was dies bedeuten ſoll, iſt nicht recht klar.— Aber ebenſo allgemein war durch lange Zeit der Glaube in Perle⸗ berg: der Lord ſollte aufgegriffen und umgebracht wer⸗ den, aber er ward es nicht, denn der Herr von Klitzing habe ihn heimlich über die Grenze gebracht und nachher den Lärm veranlaßt, um die Verfolger irre zu machen. Bathurſt lebte nach ihrer Meinung ruhig in England oder Indien, und dieſer Glaube dauerte ſo lange, bis ſeine Familie die ernſtlichſten Nachforſchungen nach ihm anſtellte. Klitzing's plötzliche Abreiſe nach dem Vorfall konnte dieſen Glauben nähren; aber er iſt nicht ſchon in der Nacht zum Sonntage und vom Balle des Landadels, wie man ſagt, fortgereiſt, ſondern erſt am Sonntag Mittag und etwa am Montag Abend wiedergekom⸗ men! Auffällig wäre ſeine Reiſe unter dieſen Umſtän⸗ den, wenn man nicht annimmt, daß er mit Courier⸗ pferden nach Berlin gegangen und zurückgekehrt iſt, um ſich für den außerordentlichen Fall Inſtructionen einzu⸗ holen.. Ein Verdacht gegen ihn ſelbſt kann ebenſo wenig aufkommen, als Jemand einfallen wird, die dama⸗ lige preußiſche Regierung für principaliter compro⸗ mittirt zu erklären. Herr von Klitzing wird von Allen, die ihn gekannt, als ein Ehrenmann geſchildert, der nur durch die misliche Stellung, in der er ſich be⸗ fand, ſich zu jener gerügten Heftigkeit und zu Maßre⸗ geln hinreißen ließ, welche in ruhigen Zeiten nicht zu


