Zeitschriftenband 
16 (1850)
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Das verschwinden des Lord Bathurst in Perleberg. 461

geſprungen wäre, irgendwo müßte, bei ſolchen Nachfor⸗ ſchungen, eine Spur ſich entdeckt haben, ſein Körper gefunden ſein. Oder wer hätte ein Intereſſe daran ge⸗ habt, ihn vor den Augen der Gerechtigkeit verſchwinden zu machen, als der ihn überhaupt aus der Welt ver⸗ ſchwinden machen wollte? Der ungeheuere Eifer, mit welchem die Bezirksvorſteher zu Werke gegangen, iſt hierbei von hoher Wichtigkeit zur Kritik des Falles. Sie, deren Augen in jede verſchloſſene Diebesſpelunke drangen, deren Ohr das Stöhnen eines kranken Pferdes heraushörte, müßten, wenn nicht den Leichnam, doch irgend eine Spur deſſelben gefunden haben. Und dazu die allgemeine Aufmerkſamkeit; vom folgenden Morgen ab gehörte ein jeder Bewohner Perlebergs zur geheimen Polizei. Und nähme man ſelbſt an, daß der mit der Gegend, Sprache völlig unbekannte Engländer in einem Anfalle von Spleen darauf gekommen wäre, weit weg⸗ zulaufen, um ſich irgendwo entfernt von Perleberg zu erſäufen, vielleicht gar in der Elbe, wie ſollte er den Weg durch die Nacht finden, würde er nicht irgendwo geſehen, bei der Aufmerkſamkeit auf alle Vagabunden angehalten, ergriffen worden ſein? Und von keiner Seite her eine Nachricht, daß man einen Verdächtigen, Unbe⸗ kannten auf Feld, Wald, Straße bemerkt habe. Es ſpricht nichts für dieſe Annahme als der Artikel des Moniteur, und dieſer ſchlägt ſelbſtmörderiſch als Ver⸗ räther auf Den zurück, von dem er ausging.

In Preußen, in der Mehrheit der gebildeten Welt, iſt die Meinung die vorherrſchende, daß Napoleon oder die franzöſiſche Regierung Bathurſt verſchwinden ließen; wahrſcheinlich mit keiner perſönlichen Abſicht gegen ihn, ſondern im Intereſſe der Politik, um ſeine Depeſchen aufzufangen, um mündliche Mittheilungen zu verhindern.