460 Das Perschwinden des Lord Bathurst in Perleberg.
ſollen, und die Möglichkeit iſt nicht ausgeſchloſſen, daß man auf dieſem Wege wenigſtens einer entfernten Spur nachgekommen wäre.
Wir verweilen noch einige Augenblicke auf dem Ge⸗ biete der Vermuthungen. Mit den hiſtoriſchen Vermu⸗ thungen, ob die franzöſiſche Regierung Lord Bathurſt aufheben laſſen und aus welchen Motiven, haben wir es hier nicht zu thun, ſondern allein mit dem Factum ſeines Verſchwindens, welches, auch wenn es durch an⸗ dere archivariſche Nachrichten außer Zweifel geſetzt würde, daß Napoleon der Urheber geweſen, nichtsdeſtoweniger unbegreiflich bleibt. Napoleon hatte eine große Macht, das Heer ſeiner geheimen Polizei war weit verbreitet, gut organiſirt, nichtsdeſtoweniger konnte es nicht zaubern, und zauberähnlich erſcheint dies Ver⸗ ſchwinden des engliſchen Geſandten. Als hätte der Boden ſich geöffnet und ihn verſchlungen und wie⸗ der zugethan, ohne eine Spur zu hinterlaſſen.
Die Annahme, daß er ſich ſelbſt ums Leben gebracht, ſcheidet nach unſerer actenmäßigen Darſtellung ganz aus. Auch zugegeben, daß Spuren von Spleen, die Verrückt⸗ heit, welche Napoleon's Journale ihm beimeſſen, ſich bei ihm gezeigt, ſo wird Jemand, der ſich ums Leben bringen will, nicht vorher ängſtlich bei der Commandan⸗ tur des Platzes um eine Sauvegarde bitten. Und ge⸗ ſetzt, er habe ſich, nachdem er die Sauvegarde fort⸗ geſchickt, eines Andern beſonnen, was wird er den Augenblick abwarten, ſich zum Selbſtmorde zu entfernen, wo die Pferde angeſpannt ſtehen und ſeine längere Ab⸗ weſenheit eine Nachſuchung veranlaſſen mußte? Und wenn er ſich erſchoſſen, vergiftet hätte, wenn er ins Waſſer


