Zeitschriftenband 
16 (1850)
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458 Das Verschwinden des Lord Bathurst in Perleberg.

begegnen, eines Sue und Bulwer würdig, erſcheint für die deutſche Wirklichkeit neu), der die Anna Sophie Katharina für ſeine Tochter vor Notar und Zeugen er⸗ klärte, ſich ſelbſt als einen Bollmann legitimirte; es ward darüber ein Notariatsinſtrument ausgeſtellt und der Senat beglaubigte daſſelbe. Der Notar war angeblich zu dieſem Schritte durch die Vorſtellung der Ehefrau vermocht worden, daß, wenn ſie ſich nicht als uneheliche Bollmann ausweiſe, ihr Mann ſich von ihr ſcheiden zu laſſen drohe Der Mann aber beſtand darauf, wes⸗ halb? Weil das perleberger Gericht ſeine Ehefrau wegen fälſchlicher Annahme des Namens Bollmann und dabei unterlaufender Fälſchung beſtraft hatte, wollte er auf Kraft des hamburger Notariatinſtruments den Be⸗ weis führen, daß ſie wirklich Bollmann heiße, daß das perleberger Gericht ungerecht entſchieden habe; und beim Kammergericht klagbar gegen daſſelbe werdend, hoffte er auf nichts weniger, als Reſtitution der Ehre ſeiner Frau, Zurückerſtattung der Koſten, Verurtheilung des Richters zur Entſchädigung von wenigſtens einem Louisdor für die Zeit der Freiheitsberaubung ſeiner Frau und endlich wo möglich auf Caſſation deſſelben. Eine eigene Specu⸗ lation, der nur die gewöhnliche Klugheit und die Kennt⸗ niß der Verhältniſſe abging. Eine dritte Perſon, die Frau eines Schmiedemeiſters, welche mit beiden Eheleu⸗ ten in Hamburg geweſen, von ihnen aber auch beſtohlen oder betrogen war, hatte den Betrug zur Kenntniß ge⸗ bracht, und der Roman wird vollſtändig, wenn wir er⸗ fahren, daß die Hacker'ſchen Eheleute, als ſie gar Keinen, der Vater ſein wollte, auftreiben konnten, dieſe Schmiede⸗ meiſtersfrau allen Ernſtes aufforderten, ſich als Mann zu verkleiden, zum Notar zu gehen, ſich Bollmann zu nennen und für den unehelichen Vater der Hacker zu erklären!