Zeitschriftenband 
16 (1850)
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456 Das verschwinden des Lord Bathurst in Perleberg.

ſind Fabeln; denn ſie habe damals noch nichts von dem in Perleberg verſchwundenen Fremden gewußt. Als ſie nachher durch ihre Schweſter von der ſchrecklichen Ge ſchichte Nachricht erhalten und ihr wiederum erzählt, was der Goldberger ihr geſagt, rief die Schweſter, Katharine Brüning:Sage darauf nicht nach, der Menſch hat dir was aufgebunden. Der Goldberger ſei übrigens noch vor ein paar Wochen, wenn nicht noch jetzt, in Seeberg geweſen, wo ſie ihn bei ihrer letzten Durchreiſe wieder geſehen. Sie wären recht gute Bekannte von Alters her, ſonſt würde er eine ſolche Vertraulichkeit ge⸗ gen ſie nicht gewagt haben; mehr übrigens hätte er ihr nicht geſagt, weder wo noch wie der Engländer erſchla⸗ gen worden und hätte ſie ihn auch nicht darum gefragt. Aber den Goldberger könne das Gericht leicht ausfindig machen und darüber vernehmen laſſen. Noch erinnerte ſie ſich nachträglich, daß Goldberger ihr damals geſagt:. Auf dem Petſchafte habe ein Name geſtanden, welchen er ſpäter in Hamburg habe umändern laſſen.

Wiewol die Hacker verſicherte, daß ſie Alles, was ſie wiſſe, geſagt und nur die reine Wahrheit, und aus keinem andern Intereſſe, als für die arme Lady, und damit die Verwandten des Engländers, wenn ſie es für gut befänden, weiter nachforſchen könnten, hatte die Aus⸗ ſage doch manche Bedenken. Die Bezirksvorſteher, als unermüdete Wächter füv das Gemeinwohl, hatten die erſte Anzeige von der Erklärung der Hacker an das Stadtgericht gemacht, daſſelbe aber zugleich vor der ver⸗ ſchmitzten Perſon gewarnt, die keine andere Abſicht habe, als durch dieſelbe vielleicht aus ihrem Arreſt zu entkom⸗ men. Es wäre daher gut, wenn man die Sache genau unterſuche, d. h. die Hacker ſcharf vernehme, ehe etwas davon zu Ohren der Fremden komme,weil durch