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Das verschwinden des Lord Bathurst in Perleberg. 455
die Lady Bathurſt zu Pferde und mit ihren Hunden das Thor paſſiren. Als ſie erfuhr, warum ſie hier, und daß die arme Dame um ihren Mann ſehr betrübt ſei, äußerte ſie zu ihrem Wärter, daß ſie wol vielleicht etwas Auskunft über das Verſchwinden des Engländers geben könne. Gerichtlich darüber vernommen, lautete ihre ſehr umſtändliche Erzählung im Weſentlichen ſo:
Aus einem Orte im Holſteiniſchen, wo ihr Mann ſich angekauft, wollte ſie einige Wochen nach den letzten Weihnachten über Hamburg nach Perleberg reiſen. Als ſie in dem Städtchen Seeberg, drei Meilen von Ham⸗ burg, in einem ihr wohlbekannten Wirthshaus zum Uebernachten abgeſtiegen war, trat ein ihr von den Tanz⸗ böden in Perleberg her wohlbekannter Schuhmacherge⸗ ſelle Goldberger ein, ein junger Menſch von 24 bis 28 Jahren, den ſie genau beſchrieb. Er ging diesmal ſehr gut, und weit beſſer als gewöhnlich gekleidet, und hatte an einer Haarkette, die aus der Uhrtaſche heraus⸗ hing, goldene Schlüſſel, Petſchafte und dergleichen. Des⸗ gleichen war ſein geſtrickter ſeidener Beutel mit vielen preußiſchen Louisdors angefüllt. Auf die Frage der Frau, wie er zu dem vielen Golde gekommen? antwortete er: „ich bin darüber zugekommen, als der Fremde, ein Eng⸗ länder, todtgeſchlagen worden, und ich habe, um es nicht nachzuſagen, 500 Thlr. und die Uhr erhalten.“— Wenn man etwa Zweifel in dieſe Aeußerung ſetze, fuhr die Hacker fort, brauche man nur die Wirthsfrau zu See⸗ berg darüber vernehmen zu laſſen. Sie habe während des Geſpräches an der Stubenthür geſtanden und es zum Theil behorcht. Bei der Abreiſe der Hacker habe ſie dieſe bei Seite gezogen und ſie gefragt: Was es denn mit dem Todtſchlagen für Bewandtniß habe, worauf ſie, die Hacker, geantwortct hätte, Madame, das


