Zeitschriftenband 
16 (1850)
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454 Das verschwinden des Lord Bathurst in Perloberg.

Gemahlin des Verſchollenen. Es liegt kein Grund vor es zu bezweifeln; was iſt natürlicher, als daß die Witwe ſelbſt an Ort und Stelle Nachforſchungen über das un⸗ begreifliche Verſchwinden ihres Gatten angeſtellt haben ſollte. In Perleberg herrſcht aber der Glaube, es ſei nicht die echte Lady Bathurſt, ſondern eine verkleidete Kammerjungfer, nach Andern Bathurſt's Maitreſſe ge⸗ weſen, weil ſie mit vielen jungen Herren gereiſt gekom⸗ men und ſich daſelbſt aufgehalten. Die Tradition in der Stadt iſt wie von einer Art lächerlicher Perſon. Na⸗ mentlich erregten die vielen Hunde, welche ſie mitge⸗ bracht, die Aufmerkſamkeit und Neugier. Sie ritt mit ihnen aus, für eine kleine märkiſche Stadt allerdings ein mertwürdiger Spektakel. Welches Motiv hätte aber zu ſolcher Komödie vorgelegen? Weshalb Geld mit vollen Händen austheilen, wenn kein naheliegender und ſo natürlicher Beweggrund da war?

Nach andern Nachrichten hatte Napoleon der Witwe des Verſchollenen die ſpecielle Erlaubniß ertheilt, nach dem Continent zu kommen, um Recherchen nach dem Leichnam ihres Gemahls anzuſtellen und ſich eine Be⸗ glaubigung über ſeinen wirklich erfolgten Tod einzuholen.

Hiermit ſchlöſſen unſere perleberger beglaubigten Nach⸗ richten, wenn nicht noch eine fabelhafte, durch ihre Ne⸗ benumſtände faſt romanhafte Notiz auf einen Augenblick ein Licht in die Sache zu bringen verſpräche, ein Licht, w freilich den Augenblick darauf wieder erliſcht.

In Unterſuchungshaft ſaß in Perleberg jener Zeit eine wegen mehrfacher, ſeltſamer Betrügereien zur Unter⸗ ſuchung gezogene Frau Hacker, von üblem Rufe. Dieſe Frau ſah aus ihrem Gitterfenſter, Nachmittags am 13. Juli,