Zeitschriftenband 
16 (1850)
Einzelbild herunterladen

452 Das Verschwinden des Lord Vathurst in Perleberg.

ſei, daß der Verſchollene ſich in hieſiger Ge⸗ gend ſelbſt entleibt habe, das Anerbieten wieder⸗ hole, die 500 Thaler Demjenigen baar auszuzahlen, wel⸗ cher den Körper nachweiſe und über die Gewißheit des Todes Auskunft gebe.Bloß um dieſe Gewißheit ſei es ihm zu thun, weil der Familie daran äußerſt gelegen ſei. Jedermann werde aufgefordert binnen 14 Tagen, als ſo lange der fremde Herr noch anweſend bleiben wird, zur Entdeckung des Körpers möglichſt mitzu⸗ wirken.

Die Anverwandten wären alſo der gewiſſen Meinung, daß Lord Bathurſt ſich in der Gegend von Perleberg ſelbſt entleibt habe? Das Publicandum an den drei Thoren und am Rathhauſe ſagt es; dies kann uns aber ebenſo wenig zur Annahme beſtimmen, als die dictatori⸗ ſchen Artikel des Moniteur. Um ungeſtört vor der Macht des Kaiſers der Franzoſen ihre Nachforſchungen fortzu⸗ ſetzen, mußte die Familie ſich zu dieſem ſcheinbaren Glau⸗ ben bequemen. Sie that es auch möglicherweiſe aus Klugheit; wenn der Verſchollene in die Hände von Raub⸗ mördern gefallen war, wenn Helfershelfer am Verbrechen nach der ausgebotenen Belohnung Luſt bekamen, ſo konnten ſie mit mehr Sicherheit hervortreten, ſobald von vorn herein erklärt ward: der Verſchollene hat ſich ſelbſt um⸗ gebracht. Dieſe Annahme gewinnt an Wahrſcheinlich⸗ keit, wenn man im Concept des Publicandums ſieht, daß der Bürgermeiſter Stappenbeck jene unterſtrichenen Worte erſt nachher, durch eine Randbemerkung, ein⸗ geſchaltet hat. Muthmaßlich ward der Entwurf dem Anverwandten der Familie gezeigt, und auf ſeine Be⸗ merkung der diplomatiſche Paſſus hineingeſetzt.

Wieder ein vierter Fremder, ohne Namen, in der Stadt, in den Acten, der ſich mit dieſer Angelegenheit