Lord Lovat und die Bebellen von Culloden. 21
lichſten Falle, kaum dadurch gewinnen, denn, wenn die Stuarts ſiegten, ſtand ihm ſein mehrfacher Abfall von ihrer Sache entgegen. Das Liebſte mußte ihm ſein, wenn Alles blieb, wie es geweſen. Er konnte von Frankreich und den Prätendenten Geld ziehen, um ihre Hoffnung zu nähren, er konnte einen ſtillen Einfluß auf die Jaco⸗ biten üben und die Regierung in London für ſchwere Bezahlung von dem unterrichten, was er in Erfahrung brachte.
Er zauderte auch lange, wenn gleich er ſchon nach der Landung dem Prätendenten einige Unterſtützung zu⸗ kommen ließ. Der Lord Präſident Forbes in London ſchrieb und beſchwor ihn auf die eindringlichſte Weiſe, daß er kräftig und entſchieden für die Regierung Partei ergreifen möge, und Lovat verſicherte in ſeiner Antwort, daß er alles thun werde, was man von ihm verlange.
Karl Eduard's erſte glänzende Erfolge zwangen ihn zu mehrer Thätigkeit. Er rüſtete ſeine Clansleute, war⸗ tete aber mit der Entſcheidung ſo lange als möglich, um dem Sieger mit einer wohlgerüſteten Schaar entgegen⸗ zukommen. Da gelang es bei Preſton Pans dem wil⸗ den Muth der Bergſchotten das geregelte Heer der Re⸗ gierung zu ſchlagen, und von dieſem Augenblicke ſchwellte die Rebellion zum Uebermuthe an. Wer abfallen wollte und konnte, fiel ihnen zu, und auch Lord Lovat durfte nicht länger zaudern.
Er ließ ſeinen Sohn mit 500 Clansleuten zum Heere des Prätendenten ſtoßen. Aber dem Siege von Preſton Pans(1. October 1745) und dem raſchen Einbruch in England folgte der ebenſo übereilte Rückzug und die Schlacht von Culloden(27. April 1746). Die Sache war bodenlos verloren, nur in der Flucht noch Rettung.
Lord Lovat ward ſchon einige Tage nach der Schlacht


