Zeitschriftenband 
16 (1850)
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W Lord Lovat und die Rebellen von Culloden.

von Dragonern eingefangen; nach Einigen in ſeinem eigenen Hauſe, nach Andern in den Gebirgen, in einem hohlen Baume verſteckt. Er war ſo ſchwach, daß er nicht gehen konnte; auf einer Pferdeſänfte mußte er nach Inverneß gebracht werden. Von da ward er in einem Landauer von Dragonern nach Edinburg escortirt. Im Tower zu London kam er erſt zwei Tage vor Kilmar⸗ nock's und Balmerino's Hinrichtung an.

Die letzten Kräfte, die letzten Tage, Monate ſtrengte der Greis an nicht für ſeine Partei, er hatte keine, nicht für ſeine Sache, er hatte ebenſo wenig eine, nicht zu neuen Intriguen, er hatte nur ein Ziel vor ſich ſich durchzuſchwindeln vom Schaffot. Als dies ihm fehlſchlug er appellirte ebenſo wohl an die Eunſt der Großen, als auf die Meinung im Publicum ging ſeine Speculation dahin, ſeinen Fall ſo einzurichten, daß er ein Odium auf ſeine Gegner werfe, und daß er mit einem beſſeren Ruhme aus der Welt gehe, als ſein Ruf im Leben war. Es muß in den älteren Zeiten, ſagt Fr. Bülau öfters ſolche zähe und aalgleiche, proteus⸗ artige Charaktere gegeben haben, und die deutſche Poeſie des Mittelalters hat einen ſolchen im Reinecke dem Fuchs gefeiert, deſſen treues Abbild Lord Lovat war.

Zuvörderſt citirte er ſo viele Zeugen aus den entfern⸗ teſten Gegenden des nördlichen Schottlands, daß es un⸗ möglich war ſie zur Seſſion von 1746 zu citiren, und ſein Prozeß auf das folgende Jahr aufgeſchoben wurde. Die Zwiſchenzeit war ſein Gewinn. Er ſchrieb folgen⸗ den Brief an den Herzog von Cumberland:

Durch dieſes unterthänige Schreiben wendet ſich an Ew. königliche Hoheit der unglückliche Lord Simon Fraſer von Lovat. Ich würde mich nicht unterſtehen, Ew. königliche Hoheit um die geringſte Gnade zu bitten,