Lord Lovat und die Rebellen von Culloden. 19
um ihn zu haben, und hatte den beſten Willen und Glauben, daß man ihn ſehr gut bezahle.“
Aber er fand es nicht, oder vielmehr er fand es vor⸗ theilhafter, ſich von beiden Seiten bezahlen zu laſſen, und eine Thür nach beiden Seiten für ſich offen zu be— halten. Schon ſeit 1736 ließ er ſich erweislich wieder in jacobitiſche Umtriebe ein, und als 1739 der ſpaniſche Krieg erklärt ward, trat er mit andern ſchottiſchen Edel— leuten in Verbindung mit Frankreich. Für den Fall, daß ein Heer in Schottland lande, erbot man ſich 20,000 Mann dazu ſtoßen zu laſſen.
Die Sache zerſchlug ſich nach des Cardinal Fleurus Tode, welcher dem Unternehmen nicht abgeneigt ſchien. Seine Nachfolger erwogen die Verhältniſſe richtiger, und wohl erkennend, da die Sache de r Stuarts und des Pa pismus in England verloren ſei, betrachteten ſie die Un⸗ ternehmungen der Erſteren und ihrer Anhänger nur als ein willkommenes Mittel, um die großbrita mniſche Re— gierung etwas in Unruhe zu erhalten.
Wie der B5jährige Prätendent Karl Eduard, von den franzöſiſchen Miniſtern anfänglich hingehalten, dann dem eignen Ehrgeiz und ritterlichen Impulſe folgend, ſich 1745 entſchloß auf eigene Hand das Wageſtück zu unternehmen, die Reiche ſeiner Väter wieder zu erobern, das gehört der Geſchichte an. Er hatte richtig gerechnet auf ein erbittertes und zum Theil ſeinem S auſe ergebe⸗ nes Volk, er fand noch mehr, als worauf er gerechnet, verwegene Speculanten, die auf ſein Glück ihr Alles ſetzten, aber er hatte nicht gerechnet auf die gewaltige Macht, die der Freiheits- und Ordnungsſinn in Alteng⸗ land und die Furcht vor einer Unternehmung ihm ent⸗ gegenſetzte, welche die proteſtantiſche Welt als von den Jeſuiten ausgehend bezeichnete.


