Lord Lovat und die Rebellen von Culloden. 17
ſich an ihr rächen. Mit einem ihm unterworfenen Geiſt⸗ lichen und einigen ſeiner blindlings ihm ergebenen An⸗ hänger überrumpelte er das Haus der Dame und zwang ſie mit einem der frechen Geſellen aus ſeiner Be⸗ gleitung durch den Geiſtlichen ſich trauen zu laſſen. Aber die Ehe ſollte vollſtändig werden. Er ſchnitt der Ma⸗ trone den Schnürleib vom Leibe und zwang ſie mit ihrem angetrauten Ehemann ins Bett. Erſt als die erzwungene Ehe auf dieſe Weiſe vollſtändig vollzogen war, verließ er mit ſeiner Rotte das Haus.
Zwar ward er für dieſes Verbrechen vor Gericht ge⸗ ſtellt und verurtheilt. König Wilhelm IMI. ließ ſich in⸗ deß bewegen ihn zu begnadigen.
Ob in Folge einer nur bedingten Begnadigung oder
anderer fleiſchlicher Verbrechen— die Quellen darüber fehlen uns— ging Simon Fraſer 1698 als Verbannter
nach Frankreich. Er geſtellte ſich am Hofe des vertrie⸗ benen Königs zu St.⸗Germain, wo alle Unzufriedenen der britiſchen Inſeln ſich ſammelten und man in ihrer Aufnahme nicht wähleriſch ſein konnte. Hier ward er Papiſt und dadurch ſofort in der Gunſt Jacob's II. be⸗ feſtigt. Dieſer übertrug ihm die Anwerbung von Re⸗ kruten in Schottland. Er warb auch wirklich, hielt es aber für vortheilhafter, dem britiſchen Miniſterium davon heimlich Anzeige zu machen. Einige ſchottiſche Katholi⸗ ken erfuhren es und denuncirten ihn beim Hofe von St.⸗Germain. Er ward deshalb von franzöſiſcher Seite 1702 in die Baſtille geſteckt, wo er mehre Jahre zubrachte.
Als er endlich durch Intriguen ſeine Freiheit erhielt, trat er in den geiſtlichen Stand und ging nach St.⸗Omer, wo er in den Orden der Jeſuiten eintrat. Durch heuch⸗ leriſches Benehmen verſchaffte er ſich den Ruf einer exemplariſchen Frömmigkeit, während er vielmehr in zahl—


