Zeitschriftenband 
15 (1850)
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XXX vorwort.

gedrängt worden, entfloſſen ihm zuletzt keine Kla⸗ gen mehr. Es werde auch wol wieder beſſer wer⸗ den, dachte er.

Den gedeihlichen Fortgang desNeuen Pitaval verfolgte er mit derſelben Freude, wie zur Zeit, als er noch regeren Antheil daran nehmen konnte. Den großen und verwickelten Prozeſſen der letzten Jahre, mit denen die Wirklichkeit unſer Werk fort und fort bedenkt, wollte oder konnte er nicht mehr die volle Aufmerkſamkeit widmen. Er ſuchte nach Harmonien und hielt deshalb das Disharmoniſche von ſich entfernt. Auch mochte er ſich nicht über Criminal⸗ fälle ausſprechen, wo das, was ihm das Fundament der Beurtheilung war, fehlte die eigentlichen Acten.

Wer ſtreitet ab, daß hierin ein Moment liegt, welches überhaupt in der Anſchauung und Behand⸗ lung der Criminalprozeſſe eine Umwandlung nöthig macht. Wir ſind aus dem Urkundenbeweiſe ge⸗ wiſſermaßen auf die Tradition verwieſen, denn was iſt der Bericht der Zeitungsreporter über einen Prozeß anderes, als eine Tradition! Sie faſſen mit ihren Sinnen auf, und das Urtheil ſchleicht ſich von ſelbſt bei dieſer Auffaſſung ein. Damit iſt nicht geſagt, daß die Berichterſtatter nicht auch zuweilen richtiger und feiner auffaſſen mögen als vormals beeidete Actuare und Richter, die nur pflichtſchuldig das Nothwendigſte niederſchrieben und mittelſt der groben Züge die feinen oft ver⸗