Zeitschriftenband 
15 (1850)
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Vorwort. XVII

volle Bewußtſein des Zuſtandes hatte, es ihm an Kraft fehlte. Indeß hatte ſein Befinden allmälig wieder eine normale Geſtalt angenommen, als ihn, am 14. Novem⸗ ber 1845, ein ſtärkerer, ſchlimmerer Schlaganfall traf. In den erſten Tagen ſchien die größte Gefahr für ſein Leben vorhanden. Dieſe ging vorüber, aber die ganze rechte Seite ſeines Körpers blieb gelähmt. Unfähig zu eigener Handreichung und ſelbſtändiger körperlicher Be⸗ wegung, mußte er ſeine Tage von dieſer Zeit ab im Bett oder auf dem Lehnſtuhl liegend zubringen.

So waren ihm noch vier Jahre eines engbegrenzten Stilllebens beſchieden. Doch nicht eigentlich ſchwere Leidensjahre. Sein körperlicher Zuſtand war, trotz der Lähmung, nicht durch weitere empfindliche Krankheiten getrübt; ſein Geiſt hatte nicht mehr das Bedürfniß zur Bethätigung nach außen hin, ſo daß ihm die Pein des Gebundenſeins minder drückend ward; ſeine Lie⸗ ben waren in der Nähe und konnten vielfach um ihn verſammelt ſein. Vor Allem war es ſeine unbedingte Hingebung in den Willen Gottes, die ihn über das Un⸗ gemach dieſer Jahre hinweghob und ihn auch hierin nur eine höchſte Fügung zur Läuterung ſeiner Seele erken⸗ nen ließ. Die Gewohnheit des Fortlebens mit dem Gange der Weltgeſchicke, mit dem Treiben und den Be⸗ dürfniſſen der Literatur, mit den Geſtaltungen des kirch⸗ lichen Daſeins gab ihm noch jetzt fortlaufende Beſchäf⸗ tigung. Vorleſer erſetzten, ſo gut es ſich thun ließ, die Stelle der eigenen Lecture, die ihm meiſt ſchwer fiel. Manches auch wurde von ihm noch in die Feder dictirt.

Von früh ab hatte er der Politik lebhafte, männ⸗ liche Theilnahme zugewandt, ohne ſich zwar zur Auf⸗ ſtellung eigener Combinationen für mögliche künftige

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