Zeitschriftenband 
15 (1850)
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Vorwort.

Wahrheit, Redlichkeit, Selbſtloſigkeit waren die den Grundzüge ſeines ſittlichen Charakters; ſie mußten ihn ſin unwillkürlich ſchon, wie jenen jungen Templer in den ſir Söhnen des Thales, der nach ihm gezeichnet ward, an ten die Schwelle höherer Erkenntniß führen. Dann war es, et wie angedeutet, ſein erſter Verkehr mit Zacharias Wer⸗ Ne ner, der ihm das Bedürfniß nach göttlicher Verſöhnung näher legte. Aber erſt der zerſchmetternde Schlag, der wi ihn durch den Tod der Gattin traf, rief ihn in der That ſch zu einem neuen geiſtigen Leben auf. Von jenem Tage M ab beginnt in ihm ein ſtarkes unabläſſiges Ringen nach ſu einer wahren Gemeinſchaft mit dem Erlöſer, und wie vr ſchwer, wie ſchmerzlich oft dieſer dem Auge der Welt ſit verborgene Kampf war, davon geben hinterlaſſene Tages⸗ um und Jahresblätter eine eindringliche Kunde. In dieſen in Blättern liegen die Zeugen bangdurchwachter Nächte, St die nicht ſelten auf die heiterſten Tage folgten.

Doch war Hitzig keinesweges der Mann, ſich von di unbeſtimmten Gefühlen beherrſchen zu laſſen. Was in

3 ihm rang, mußte zugleich geiſtig verarbeitet, mußte zur 8 That geſtaltet werden. So nahm er das Neue Teſta⸗ ment, und zwar den griechiſchen Urtert deſſelben, zur K Hand und wandte demſelben das emſigſte Studium zu. t So ging er, wie er es vor langen Jahren als Student i

gethan, in die Collegien und wohnte den theologiſchen Vorleſungen ſeines Jugendfreundes Neander mit pünkt⸗ lichſter Genauigkeit bei. So arbeitete er, eine Reihe von Jahren hindurch, die Predigten, die er ſonntäglich

von Schleiermacher gehört hatte, jedesmal daheim in ſorgfältigem Entwurfe aus. Und auch für das prakti⸗ ſche Leben trieb es ihn, zumal in ſeiner ſpäteren freieren 8 Zeit, dieſe Richtung ſeines Thuns und Strebens zu be⸗ ſ

währen. Er war ein ſehr thätiges Mitglied in verſchie⸗