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Vorwort. XXIII
den, ſo ſetzte er nun auch dieſem, mit gleicher Gewiſſen⸗ haftigkeit, wenn vielleicht auch nicht mehr ganz mit jener Friſche der Darſtellung, das biographiſche Denkmal. Im Jahre 1839 erſchienen Chamiſſo's„Leben und Briefe“, den Schriften Chamiſſo's angereiht, den„Vorausgegan⸗ genen“ gewidmet.„Es iſt meine letzte biographiſche Arbeit(ſo ſagt Hitzig zum Schluſſe des Vorworts) denn es kann mir kein Adelbert mehr ſterben.“— Gierauf wird ſeine Betheiligung am„Neuen Pitaval“ erwähnt.)
War aber auch der Abend ſeines Lebens gekommen mit mancherlei Beſchwerniſſen und Entbehrungen, ſeine Liebe zur Poeſie, ſeine jugendliche Empfänglichkeit für ihre Leiſtungen, wie ſie die Welle des Tages ihm zu⸗ trug, war dieſelbe, wie in ſeinen friſcheſten Zeiten. Es war ein“ glücklicher Tag für ihn, wenn er ein neues wirkliches Gedicht entdeckt hatte. Indem ich dies ſchreibe, iſt es mir wie geſtern, da er einſt mit ſtrahlendem Ge⸗ ſicht haſtig zu mir ins Arbeitszimmer trat und mir die erſten, in einem Journale gedruckten Fragmente von Heine's„Atta Troll“ mit den Worten hinreichte:„Lies! es iſt doch noch der alte Löwe!“— Für Heine's dich⸗ teriſches Talent hatte er freilich von früh an das leb⸗ hafteſte Intereſſe bewahrt. Und doch gab es vielleicht keinen größeren Gegenſatz, als die Frivolität, die Heine gern zur Schau trug, und den ſtrengen Ernſt ſeiner ſittlichen Lebensforderungen. Er wußte eben zu unter⸗ ſcheiden und die Dinge, die keine Berührungspunkte haben, oder ſo weit ſie deren nicht haben, auch geſon⸗ dert zu betrachten.
Indeß gibt alles Vorſtehende noch kein volles Bild von Hitzig. Eine, die tiefſte Seite ſeines Weſens, iſt hierin noch unberührt geblieben oder nur vorübergehend an⸗ gedeutet worden— ſein Verhalten in religiöſer Beziehung.


