ine
5 em ot der
Vorwort. XIX
geworfen, die durch die Kraft des Gedankens, die Fülle des Wortes und der Form die wahrhaft dichteriſche Na⸗ tur erkennen laſſen. Dennoch trieb ſeine vorwiegende Neigung, ſein ganzes, zwiſchen rüſtigem, äußerem Thun und innerem Herzensdrange getheiltes Weſen ihn an, lieber zu pflegen und zu fördern, was durch Andere ge⸗ leiſtet ward. Den wichtigſten Hebel hierzu fand er in dem ihm vor Allem eigenthümlichen ſelte⸗ nen Talente zur Freundſchaft. Nicht nur, daß er im Allgemeinen angeborene Güte, raſche Auffaſſung, aufrichtige Anerkennung fremden Verdienſtes beſaß, daß er, durch eigene Erfahrungen reichlich belehrt, ein Ken⸗ ner des menſchlichen Herzens war: er wußte die Inter⸗ eſſen des Freundes aufs vollkommenſte mit den ſeinigen zu identificiren und ſie in anſpruchloſeſter Weiſe gleich dieſen zu behandeln. Oder vielmehr ſtellte er ſie ſtets den ſeinigen voran. Dabei ließ er die Eigenthümlich⸗ keiten des Freundes, wie entſchieden ſie oft von ſeinem innerſten Weſen abwichen, ſtets unbedingt gelten, und gerade hierdurch hat er für die Pflege dieſes Eigenthüm⸗ lichen auch in den literariſchen Leiſtungen der Freunde ſo weſentlich mitgewirkt.
Es konnte nicht fehlen, daß Hitzig im Laufe ſeiner amtlichen und außeramtlichen Wirkſamkeit mancherlei ehrenvolle Auszeichnung empfing. Keine gewährte ihm größere Freude, als die, daß ihn die juridiſche Facultät zu Tübingen, am 1. Januar 1832, in Anerkennung ſei⸗ ner Verdienſte als Beförderer der Rechtswiſſenſchaft und praktiſcher Rechtsgelehrter, zum Doctor der Rechte er⸗
nannte. Er widmete die in demſelben Jahre mit dem
zwanzigſten Bande erſcheinende Fortſetzung ſeiner„Zeit⸗ ſchrift für preußiſche Criminalrechtspflege“(im erſten Bande war ſie Feuerbach gewidmet worden) der Facul⸗


