Vorwort. XVII desſorge, und bald war das Band durch Chamiſſo's eheliche Verbindung und durch ſeine Gattin, die Hitzig's Hauſe nahe ſtand, noch inniger geknüpft. Von nun an blieben ſie in ausdauerndem freundſchaftlichen Verkehr, der erſt mit Chamiſſo's Tode endete. Chamiſſo hatte durch Hitzig den Hafen ſeines Lebens gefunden, und als die reiche Nachblüte ſeiner dichteriſchen Thätigkeit auf⸗ wuchs, war es Hitzig, der darauf, von der Conception bis zur letzten Feile, ſtets den unmittelbarſten Einfluß ausübte.
Im Jahre 1824 erließ Hitzig in der Zeitung, ohne Nennung ſeines Namens, eine öffentliche Aufforderung zur geſellſchaftlichen Vereinigung der Literaturfreunde Berlins. Auch hiermit war wieder ein lebhaftes Be⸗ dürfniß getroffen. Die Gründung der Geſellſchaft für deutſche(ſpäter auch für ausländiſche) ſchöne Literatur— der ſogenannten Mittwochsgeſellſchaft— war die Folge des Aufrufs.
Auf die Belebung des literariſchen Treibens in Ber⸗ lin zu Ende der zwanziger und zu Anfang der dreißiger Jahre, auf den gegenſeitigen Austauſch der Dichter, Schriftſteller und Leſer, war ſie von weſentlichem Ein⸗ fluß. Es war eine Zeit friſcher Bewegung, als ſie Namen, wie Chamiſſo, W. Neumann, Fouqus, Streckfuß, Raupach, Eichendorf, Holtei, Uech⸗ tritz, Häring, Simrock, Gaudy u. ſ. w. zu den Ihrigen zählte. Hitzig aber war wieder das feſte Band, welches die Geſellſchaft zuſammenzuhalten wußte; auch ſpäter, als die Reihen mehr und mehr ſich zu lichten be⸗ gannen, war er unabläſſig für den Fortbeſtand der Ge⸗ ſellſchaft bemüht.— Aber in jeder Beziehung ließ er es ſich angelegen ſein, Lebensgewinn von den Männern der Literatur zu ziehen und reichlich zurückzugeben, wie
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