Zeitschriftenband 
15 (1850)
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Vorwort. XV

in ſich trug, ſollte nimmer verharrſchen; aber er hatte Kraft genug, ſie vor der Welt ſtreng verdeckt zu tragen, und nicht blos ſeine nächſten Pflichten getreulich zu er⸗ füllen auch für ſeine literariſchen Intereſſen aufs Neue thätig, auch mit den Fröhlichen wieder fröhlich zu ſein. Zunächſt war es ſein alter College E. T. A. Hoff⸗ mann, der, während Hitzig den Buchhandel betrieben, ein abenteuerndes Leben als Muſikus geführt hatte, und der ihm nun aufs Neue als Rath am grünen Tiſche gegenüber ſaß. Die alte Weiſe des geiſtreichen Beiſam⸗ menſeins wachte wieder auf, ſo gut es die neuen Ver⸗ hältniſſe verſtatteten; bald aber war Hoffmann in den Strudel der Zerſtreuungen hineingezogen, denen er zu widerſtehen nicht die Macht beſaß. Da wurden auf Hitzigs Betrieb jene ſchönen Serapionsabende ge⸗ gründet, von denen uns in Hoffmann'sSerapions⸗ brüdern ein ſo anziehendes Bild erhalten iſt. Sie gewährten dem phantaſtiſchen Feuergeiſte Hoffmann's einen feſten gemüthlichen Halt. Conteſſa und Ko⸗ reff, zuweilen auch Gäſte, wie Fouqus, waren die Mittheilnehmer dieſer Abende, welche beſonders die ge⸗ diegenſten Leiſtungen Hoffmann's entſtehen ſahen. Aber aufs Neue ward Hoffmann in jene Zerſtreuungen, in ein wüſtes Weinhausleben hinausgeriſſen, das ſeine Ge⸗ ſundheit, bei ſteter geiſtiger Production, raſch zerſtörte. Er ſtarb am 25. Juni 1822.

Im Januar des folgenden Jahres ſtarb auch Zacha⸗ rias Werner, dem Freunde äußerlich durch ſeinen Lebens⸗ gang lange entfremdet, als katholiſcher Prieſter zu Wien. Hitzig ſetzte jedem der beiden Freunde, Hoffmann und Werner, ein Denkmal in den Biographien, die er von ihnen ſchrieb und noch im Jahre 1823 herausgab. Beide Biographien ſind als Meiſterwerke ihrer Art

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