X Vorwort.
nicht zur Laſt fallen und arbeitete ungeſäumt und mit friſcher Kraft dahin, ſich eine neue Exiſtenz zu ſchaffen. Vorerſt benutzte er ſeine Fähigkeiten zu literariſchen Ar⸗ beiten, wie ſie das augenblickliche Bedürfniß darbot. So überſetzte er u. A. ein großes chemiſches Werk von Chaptal, das unter Hermbſtädt's Namen deutſch erſchien. Seine eigentliche Abſicht war aber, ſein literariſches Intereſſe, die tiefere Auffaſſung der Literatur, die er ſich ſeit ſei— nem frühen jugendlichen Streben zu eigen gemacht, auf eine umfaſſende Weiſe zur Anwendung zu bringen, ſie zu einem bedeutenden praktiſchen Berufe zu geſtalten. Er hatte beſchloſſen, Buchhändler zu werden. Im Herbſt 1807 ſiedelte er nach Berlin über, eignete ſich bei tägli⸗ chem Verkehr in der Reimer'ſchen Buchhandlung raſch die äußeren Handgriffe des Geſchäftes an und eröffnete zu Anfang 1808 mit den Mitteln, die aus dem Erlös jener literariſchen Arbeiten und einem großväterlichen Legat beſtanden, unter eigener Firma eine eigene Buch⸗ handlung. In kürzeſter Friſt, doppelt auffällig bei der Ungunſt der politiſchen Zuſtände, nahm dieſe Buchhand⸗ lung, ſowol in Betreff des Sortimentshandels als des eigenen Verlages, eine achtunggebietende Stellung ein. Das Geheimniß, durch welches Hitzig dieſen merk⸗ würdigen Erfolg erreichte, beſtand ganz einfach darin, daß er, wenig befriedigt durch den gewöhnlichen Schlen⸗ drian des buchhändleriſchen Verkehrs, ſein Geſchäft mit wirklichem Sachverſtand und mit ſelbſtändigem prakti⸗ ſchen Sinne unternahm. Er begnügte ſich nicht, blos Dasjenige auf dem Lager zu haben, was auch die übri⸗ gen Buchhandlungen mit demſelben Poſtwagen erhielten. Er verfolgte die Literatur in ihrem weiteſten Umfange und verſchrieb ſich ein Lager, auf dem nichts von Be⸗ deutung fehlte, mochte man mit den Verlegern auch ſonſt
—


