Zeitschriftenband 
15 (1850)
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Vorwort.

Julius Eduard Hitzig iſt zu Berlin am 26. März 1780 geboren, älteſter Sohn des ſpäter in Potsdam anſäſſigen, vielfach verdienten Stadtrathes Hitzig. Unter Meierotto, auf dem Joachimsthal'ſchen Gymnaſium zu Berlin, empfing er ſeine erſte Schulbildung.

Er ſollte die Handlung erlernen und mußte daher ſchon im funfzehnten Jahre das Gymnaſium verlaſſen. Aber ſein geiſtiges Streben verlangte eine andere Nah⸗ rung. Seinem dringenden Wunſche ward nachgegeben: er durfte bereits im Jahre 1796 zur Univerſität abgehen⸗ die Rechtswiſſenſchaft zu ſtudiren. Er beſuchte zuerſt Halle, hernach Erlangen. Er war ein Student von echtem altem Schrot und Korn, fröhlich und ungebun⸗ den bis zum kühnen Uebermuth, und dabei mit Begei⸗ ſterung die Spenden aufnehmend, welche die großen Männer der deutſchen Poeſie damals in ſo raſcher Folge ihrem Volke darboten. Zu ſeinen näheren Univerſitäts⸗ Freunden gehörten Mendelsſohn⸗Bartholdy(der nachmalige General⸗Conſul), Clemens Brentano, der jüngere Wieland und Andere mehr.

Im Herbſt 1799 kehrte Hitzig nach Berlin zurück, beſtand die erſte Prüfung im Staatsdienſte und trat in die amtliche Thätigkeit ein. In den damals ausgedehn⸗ ten polniſchen Provinzen des preußiſchen Staats, im ſogenannten Südpreußen, fehlte es an hinreichenden Ar⸗ beitskräften. Er benutzte dieſen Umſtand, ging nach Warſchau und ward bei der Regierung als Auscultator angeſtellt. Er hatte die Freude, hier zwei deutſche Dich⸗ ter von hoher geiſtiger Bedeutung zu finden, Johann Jakob Mnioch und Zacharias Werner. Beide waren älter als er, aber mit Beiden verknüpften ihn bald die innigſten freundſchaftlichen Bande. Werner dichtete damals dieSöhne des Thales. Tief im Innerſten