Zeitschriftenband 
14 (1849)
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Die Herzogin von Choiseul-Praslin. 469

Wir können uns zu dieſer Anſicht nicht überreden. Auch, und gerade nach dieſen erſchöpfenden Mittheilun⸗ gen über das innere, das Seelenleben dieſer, zum Glück berufenen und doch unglückſeligen Familie, erſcheint uns das Räthſel inſofern gelöſt, daß dem Morde keine lange Vorbereitung voranging, daß er wirklich nur das Werk einer Aufwallung des Tages, der Stunden, vielleicht nur des Augenblicks, war. Es iſt möglich, daß der Herzog über ſolchen Gedanken ſchon länger brütete, eben wie ſein Opfer von finſtern Vorſtellungen über die Zu⸗ kunft oft heimgeſucht ward. Daß es zur fixen Idee in ihm geworden, nur Blut und Tod könne dieſe troſtloſen Verwirrungen löſen, dafür fehlen alle Beweiſe, Anzei⸗ chen; wenn es aber war, ſo fehlen ſie eben auch dafür, daß ſie bis zum Vorſatz gediehen wäre. Es läßt ſich nichts anderes vernünftigerweiſe annehmen, als daß in der myſteriöſen Nacht eine jener heftigen Scenen, deren wir ſo viele geſehen, voranging, wo in beiden Perſonen der ganze verhaltene Unmuth langer Jahre überſchäumte, daß ſie ihn abermals durch einen Ausbruch jener Hef⸗ tigkeit reizte, und der Dämon des Wahnſinns in dem Unglückſeligen zur Flamme ausſchlug. Vielleicht zuerſt nur eine Thätlichkeit, ein Angriff; in ihr erwachte mit der Wuth der Inſtinct zum Leben. Sie vertheidigte ſich, und er mußte fortfahren in ſeinem gräßlichen Werke, bis zur gräßlichſten Vollendung. Für dieſe Dauer des Kampfes liegen die Beweiſe ebenſo vor, wie ſie durch die hinterlaſſenen Papiere für die vorangängigen Motive geführt ſind. Er hatte vielleicht die Abſicht, als er im Mordwerk war, ſich ſelbſt nachher das Leben zu neh⸗ men, möglich, daß darauf die geladene Piſtole deutet. Gewiß gereute ihn nachher der Entſchluß, die Lebensluſt kehrte zurück; da erſt die ungenügenden, verſpäteten, ver⸗