Zeitschriftenband 
14 (1849)
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Die Herzogin von Choiseul-Praslin. 467

s iſt noch an ſeinen Geiſt. Stellung, Vermögen, er hätte inem Alles, was ihm eine nützliche, brillante, glückliche, eh⸗ ſlcht, renwerthe Exiſtenz geben könnte. Alles iſt galvaniſirt. Er intereſſirt ſich weder für ſein Vaterland, noch für Du ſeine Kinder; er hält nur Geſellſchaft mit Gouvernanten. dern, Er iſt ihr cavaliere serviente, bis er ihr Sklave wird. h e Wirklich, ich glaube, er beachtet Demoiſelle Deluzy(die nden er ſchon ſeit 18 Monaten, oder gar zwei Jahren nicht inder mehr liebt) nur darum, weil er fürchtet, daß ſie ihm ver⸗ das Leben ſauer machen könne. Und doch, was wun⸗

derbar genug iſt, glaubt er, daß ich nur aus Eiferſucht, indi⸗ nicht der Kinder willen, ſie fort haben will, und das

man ſchmeichelt ihm.

ʒit Welche Illuſion, welch ein Exceß von

von Selbſtliebe! Möglich iſt es noch, für einen Mann Liebe zu bewahren, der Dich behandelt, wie er mich behan⸗

ven delt hat, wenn dieſer Mann von anderer Seite unſere Bewunderung erregt, wenn er ſich durch große Hand⸗

nann

diſt lungen, große Thaten vor unſern Augen erhebt, aber

ch einen ſolchen gewöhnlichen Mann, einen ordinairen Men⸗ ſchen, den kann man doch nur lieben, wenn er ſonſt

r. gut, gerecht, gewiſſenhaft iſt und ſich Mühe gibt, Dir das Leben angenehm zu machen. Man braucht gewiß i nicht große Dinge zu vollbringen, aber man muß des Hur Vermögens ſein, ſie zu ſchätzen, ſie zu bewundern, ſich miß dafür zu intereſſiren. Ich weiß gar nicht zu ſagen, wie ſein Geiſt mir verſchrumpft vorkommt, ſo ganz erſchlafft ihn und unfähig, etwas aufzufaſſen. Ich bin über mich ſelbſt Iutr erſchrocken, daß ich ihn jemals habe lieben können. 4 Er hat auch keinen einzigen, wahren Freund; ſeine Ver⸗ it ſ bindungen entſpringen nur aus ſeiner Vergnügungsluſt. nicht Dann hängen ſie an ihm wie Ketten, er kann ſich nicht ſcha mehr losmachen; wie Kugeln einem Sträfling ſchleppen Hetz,