Zeitschriftenband 
14 (1849)
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Die Herzogin von Choisrul-Praslin. 463

vet⸗ iſt! Man ſollte wirklich ſagen, daß er nicht der Schul⸗ ſigte, dige ſei; kann man ſich über den Punkt ſo verblen⸗ me⸗ den! Ich kann's mir gar nicht denken, wie man vürfe ſich in dieſem Punkt über das Unmoraliſche ſo verhärten eſpr⸗ kann. Er ſagt, er liebe ſeine Kinder, er opfere ſeine ſilen, Jeit ihrer Erziehung und er macht ſeine Mai⸗ ie ge treſſen zu ihren Gouvernanten. U?! Hier zum ſche erſten Mal dieſe Anſicht blank und baar ausgeſprochen.) auf⸗ Es iſt da ein Aufhören alles moraliſchen Gefühls, was teinen mich verwirrt macht. Alle ſeine Anlagen waren gut; andelt aber er hatte einen ſchwachen Charakter, einen trägen

Geiſt, der Stoff überwältigte ihn, er machte ihn

ungen.. S

ſchläfrig, empfindungslos. Was iſt das für ein Leben! tu Er vernachläſſigt alle Intereſſen ſeiner Kinder, die St Moral mit Füßen ſtoßend, alle Geſetze der Convenienz,

Ge er überläßt ſich ſeinen Neigungen, bald für die eine,

bald für die andere, und hat doch nicht die Energie, ſich aus ihrem Joche loszumachen. Jede plänkelt mit ihm, reizt ihn auf und zieht ihn aus, ebenſo nach als wäh⸗

rend der Liaiſon. Mein Gott, wenn du keinen Blick n ſ des Mitleidens auf ihn wirfſt, iſt ja ſeine Zukunft ſchrecklich, von Tage zu Tage muß er ja tiefer ſinken in hucht dieſem Moraſt; ſeine Geſundheit, ſein Verſtand, ſein Jun Vermögen müſſen untergehen. Und ſeine Kinder, ſeine Töchter will man erziehen, wenn man ein ſolches Leben führt. Wo iſt eine ſo ausgebildete Illuſion als in dieſer hun Verblendung! ligteEr war auch dieſes Frauenzimmers ſchon lange über⸗ w⸗ drüſſig(12), aber er hatte vor ihr Furcht. Deshalb for⸗ ſchickte er ſie nicht fort; das iſt ausgemacht. Jetzt nun, den wo man ihm zu Hülfe kommt, revoltirt ſeine Eigenliebe. men Das iſt ſein einziger Verdruß jetzt, und indem er ihr ott, Schmerz zeigt, den er nicht empfindet, hofft er ſie zu

racht